Krähen-Plage : Mehr Nester, weniger Vögel

Dreimal ließ die Stadt in diesem Jahr die Nester aus den Bäumen holen.
Dreimal ließ die Stadt in diesem Jahr die Nester aus den Bäumen holen.

Die Stadt Elmshorn wertet die intensive Krähenvergrämung im Frühling als Erfolg. Jetzt entscheidet die Politik, wie es 2019 weitergeht.

shz.de von
24. August 2018, 09:25 Uhr

Zunächst einmal im Monat, später sogar alle zwei Tage: Mit der regelmäßigen Entnahme der Krähennester ist die Stadt Elmshorn von Januar bis April ganz neue Wege in Sachen Krähenvergrämung gegangen. Jetzt soll die Politik entscheiden, wie es weitergeht: Wieviel Geld wird 2019 für die Krähenvergrämung zur Verfügung gestellt – und wie intensiv soll diese ausfallen?

Insgesamt haben die Aktionen nicht zu einem Rückgang im Nestbau geführt, erklärt Jörg Schmidt-Hilger vom Amt für Stadtentwicklung. Im Gegenteil: In vielen Bereichen hat er sogar mehr Nester gezählt als im Vorjahr – bis zu 75 Prozent. Trotzdem waren die intensiven Nestentnahmen für ihn ein Erfolg. Denn: „Aus den eigenen Beobachtungen und auch den ausgebliebenen Rückmeldungen aus der Bevölkerung schließen wir, dass die Krähen zwar mehr Nester gebaut haben, diese aber nicht genutzt haben. Wir gehen davon aus, dass nur etwa die Hälfte aller Nester belegt war.“ In den vergangenen Jahren sind immer wieder massive Anwohnerbeschwerden wegen des Krähen-Lärms beim Amt für Stadtentwicklung eingegangen. Das war in diesem Jahr anders. „Es haben sich sogar mehr Menschen gemeldet, die sagten, wir sollten die Krähen in Ruhe lassen“, sagt Schmidt-Hilger.

Mehr Nester, aber weniger Krähen-Nachwuchs? Eine Erklärung für ein solches Phänomen hat der Experte der Stadt bislang noch nicht gefunden. Er vermutet, dass der Druck, Nester zu bauen, nach den Entnahmen so hoch war, dass die Krähen umso intensiver gebaut haben. Dann jedoch hätten sie sich wahrscheinlich zur Eiablage doch zu sehr gestört gefühlt. Tatsächlich beobachtet Schmidt-Hilger, dass sich die Krähen teilweise neue Brutplätze gesucht haben.

Gekostet hat die gesamte Aktion – inbegriffen ist auch der Einsatz eines Jägers mit Schreckschüssen – die Stadt rund 42 000 Euro.

Wie sich die Krähenpopulation nach den Vergrämungsaktionen entwickeln wird, kann niemand voraussagen. Es gibt keine Vergleichszahlen, zumal durch die lange Trockenheit ungewöhnlich viele junge Krähen gestorben sind. Wie es jetzt weitergehen soll, muss die Politik entscheiden.

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