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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 15:45 Uhr

Mehr Lust auf Kommunalpolitik

vom

Hohenlockstedter Gemeinde- und Kreistagsabgeordnete erläutern mit Schülern, weshalb Politik auch für die Jugend wichtig ist

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

hohenlockstedt | Warum ist Kommunalpolitik eigentlich wichtig und interessant für Jugendliche? Welche Themen werden in der Gemeindevertretung behandelt? Und was liegt jungen Leuten in Hohenlockstedt am Herzen? Offene Fragen auf beiden Seiten, die in einem Dialog zwischen Hohenlockstedts Politikern zusammen mit Schülern der Wilhelm-Käber-Schule geklärt werden sollten. Bei einer Diskussionsrunde in der Stadtbücherei stellten sich Vertreter der vier antretenden Fraktionen - Jürgen Klein (SPD), Lothar Schlutz und Rainer Holste (CDU), Klauspeter Damerau (BFH) und Bürgermeister Bernhard Diedrichsen den Fragen der Jugendlichen aus der 10b und der 9a. Auch ein Vertreter der Interessengemeinschaft Hohenlockstedter Bürger (IHB) war eingeladen, kam allerdings nicht. Die Aktion fand im Rahmen des sh:z-Projekts "Zeitung gibt Schülern eine Stimme" statt, bei der die Schüler als Erstwähler nicht nur motiviert werden, am 26. Mai zur Wahl zu gehen, sondern auch mehr Lust auf Politik bekommen sollten. Umgekehrt bekamen die Kommunalpolitiker im Ort die Gelegenheit, zu erfahren, was die Jugend eigentlich möchte. "Wenn ihr mit 16 Jahren eure Stimme abgeben könnt, dann muss man euch auch zuhören", betonte Schulleiter und Moderator der Veranstaltung Heiko Gauert.

"Es ist cool, Politik mitzugestalten", brachte es Jürgen Klein auf den Punkt. Der Kreistagsabgeordnete betonte, dass Hohenlockstedt in Sachen Jugendarbeit mit Freibad, Sportvereinen, Jugendzentrum und Schule gut darstehe und es künftig darum gehen müsse, diesen "Status zu erhalten". Der 46-Jährige versuchte die Neunt- und Zehntklässler auch durch praktische Argumente davon zu überzeugen, sich in der Politik zu engagieren. "Es macht sich gut im Lebenslauf und ihr könnt viele Kontakte knüpfen."

Und: "Ihr seid hier die Zukunft, deshalb solltet ihr eure Ideen auch mit einbringen", so Jürgen Klein. Der Meinung war auch Bürgermeister Bernhard Diedrichsen, der die Schüler prompt zu sich ins Rathaus einlud. "Ihr könnt immer vorbei kommen, wenn euch etwas beschäftigt", versprach er.

Ins Schmunzeln kam Rainer Holste von der CDU, als ihn die Schüler zum Sinn des "Chaos-Tag" nach den Abschlussprüfungen befragten. "Freude haben ist in Ordnung, auch überschäumende, aber es gibt auch Grenzen." Er machte auch klar: "Politik soll nicht bespaßen." Und es ziehen auch nicht immer alle an einem Strang, wie die Schüler hautnah miterleben konnten, als Klauspeter Damerau von der BFH das Gute-Nacht-Taxi zur Sprache brachte. Er versprach, sich bei erfolgreicher Wahl um die Durchsetzung des Gute-Nacht-Taxis zu kümmern. "Ich will dafür sorgen, dass unsere Kinder nachts sicher nach Hause kommen." Jürgen Klein hielt dagegen: "Das Gute-Nacht-Taxi können wir uns nicht leisten." Auf die Idee, bei denen nachzuhaken, die es auch betrifft, kam zumindest bei dieser kleinen Meinungsverschiedenheit keiner.

Was in den Köpfen der junge Leute vorgeht, wollten die Politiker aber dennoch wissen. Auf Anhieb fiel den Schülern darauf keine Antwort ein, aber Holste betonte, dass die Politiker auch nach dem Dialog immer offene Ohren für die Sorgen und Nöte der Jugend hätten. "Meistens fallen einem ja hinterher auf einen Schlag die ganzen Fragen ein."

Am Ende fühlten sich die Schüler aber dennoch bestens informiert: "Es ist schon etwas anderes Politik so zu erleben als im Unterricht", sagte ein Schüler. Er habe besonders über die Finanzen viel gelernt. "Es war interessant zu sehen, wie es in der Politik abläuft", sagte Hannah Perlick. Auch für die Politiker war die Veranstaltung ein Erfolg: "Es hat etwas gebracht, wenn die Schüler Berührungsängste zur Politik verloren haben", so Rainer Holste. Lothar Schlutz ermunterte die Wahlberechtigten unter den Schülern, am 26. Mai ihre Stimme abzugeben: "Mit eurer Stimme könnt ihr euren Wünschen Nachdruck verleihen."

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