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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 15:04 Uhr

Mehr Helfer für Flüchtlingsarbeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aufruf erfolgreich – Ansturm sprengte Raumangebot

Damit hatte die Flüchtlingshilfe im Amt Kellinghusen, Integration in der Region „Fakir“ nicht gerechnet: Die Reaktion auf den gemeinsam mit Amtsvorsteher Clemens Preine gestarteten Hilferuf war riesig. Der Besucheransturm zur jüngsten Zusammenkunft sprengte das Raumangebot des eilends vergrößerten Sitzungssaals. Auch herbei geschaffte Klappstühle schafften nicht für alle Platz, breite Fensterbänke der Amtsarchitektur boten sich allerdings als Notsitze an.

„Wir sind absolut positiv überrascht“, sagte Sprecher Horst Nitz. Mit einem solchen Echo auf den jüngsten Hilfeaufruf hätte die Gruppe nicht gerechnet. Gemeinsam mit Amtsvorsteher Clemens Preine und Fachbereichsleiter Jürgen Rebien hatten Vertreter von Fakir die aktuelle Situation im Amt dargelegt und dringend um weitere ehrenamtliche Helfer geworben (wir berichteten). Um so größer war die Freude der kleinen Gruppe über die positive Resonanz auf den Hilferuf.

Bislang kümmert sich eine Handvoll engagierter Menschen um wöchentlich neu ankommende Flüchtlinge. Gegründet hatte sich die Flüchtlingshilfe vor rund zwei Jahren auf Initiative von Pastorin Gritta Koetzold, Horst Nitz, Sprecher des Kriminalpräventiven Rats der Stadt Kellinghusen, sowie Adrian Unger, Kommunalpolitiker in Wrist. Schnell kamen engagierte Bürger aus Stadt und Land hinzu, wie zum Beispiel Rudolf Rönne, Mitglied im Sprecherteam.

Im Rahmen der aktuellen Sitzung stellte die Gruppe ihre Arbeit anhand von unterschiedlichen Beispielen vor und beantwortete zahlreiche Fragen. Insgesamt 160 Personen, größtenteils Familien mit Kindern, seien derzeit im Amt untergebracht, erklärte Jürgen Rebien. Unger machte klar, dass vor allem Hilfestellungen im täglichen Leben benötigt werden. Dazu gehört die Arbeit im – derzeit überlasteten – Willkommens-Team, welches wöchentlich eintreffende Familien und Einzelpersonen den Start am neuen Wohnort erleichtert. Gefragt seien aber auch Personen für die Begleitung zu Einrichtungen wie Ämtern, Kita und Schule. Unger unterstrich: Erleichtert werden solle die Arbeit künftig durch eine aktuell in acht Sprachen abgefasste Info-Mappe zu alltäglichen Belangen. „Wir haben eine Struktur aufgebaut, sind aber offen für neue Ideen in der Flüchtlingsarbeit“, sagte Nitz. Projekte wie Musik- und Fahrradwerkstatt sowie ein extra Sprachkurs für Mütter mit Kinderbetreuung seien auf Initiative von Helfern zustande gekommen. Wobei eine möglichst kontinuierliche Unterstützung in vielen Formen und Zeiten willkommen sei. Auch eine Stunde Lesehilfe oder zusätzliche Sprachübung wöchentlich sei wertvoll.

Deutlich machte Fakir zudem: Es sollen keine Barrieren aufgebaut werden. „Wir wollen den Menschen die Chance geben, sich so schnell wie möglich als Neubürger einzuleben.“ Das Amt unterstütze das bürgerschaftliche Engagement in allen Fragen, sicherte Jürgen Rebien zu. Weiter stellte er heraus: Keinesfalls solle das Ehrenamt das Hauptamt ersetzten. Schon am nächsten Tag teilte Rebin auf Anfrage unserer Zeitung freudig mit: „Es sind bereits fünf konkrete Helfer-Anmeldungen eingegangen.“

Nächste Veranstaltungen zum gegenseitigen Kennlernen sind: Mittwoch, 26. August, ab 17 Uhr: „Internationale Küche“, Kochen mit Flüchtlingen im Mehrgenerationenhaus (MGH), Dienstag, 1. September, ab 19.30 Uhr: 8. Kellinghusener Friedenstag, „Klappstuhlkultur Sonnenfeld“, Sonnabend, 19. September ab 10 Uhr: Gemeinsames Frühstück im Alten Pastorat Stellau, Kennenlernen und Patenvermittlung, Mittwoch, 23. September, ab 19 Uhr: Infoabend über Iran und Afghanistan im Forum BiBeKu/JAW Steinburg, Mittwoch, 30. September ab 19 Uhr: Infoabend über Syrien und Irak im Forum BiBeKu/JAW Steinburg, Beginn 19 Uhr.

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von
erstellt am 23.Aug.2015 | 16:56 Uhr

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