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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 10:17 Uhr

Finanzen : Mehr Geld für Tierheime gefordert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit Thomas Schröder ist der oberste Tierschützer Deutschlands zu Gast in Itzehoe.

Glückstadt | Nicht nur Politiker bereisen das Land auf ihrer Sommertour. Auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, war unterwegs – unter anderem beim Tierheim in der Hafenstraße. Seine Forderung: Kommunen müssten sich stärker an den Kosten für die Einrichtungen beteiligen.

Neu- und Umbauten bei Tierheimen im Norden waren das Thema von Schröders Rundreise. Landesvorsitzender Holger Sauerzweig-Strey begleitete ihn, als Kreisvorsitzender des Tierschutzbundes hatte er in Itzehoe ein Heimspiel. Tierheimleiterin Claudia Danckers zeigte die Einrichtung und wartete mit teils abenteuerlichen Geschichten über die Tiere und ihren Weg in die Hafenstraße auf. Außer 46 Katzen und neun Hunden werden dort zurzeit zwei Wüstenmäuse und zwei Kaninchen beherbergt. Für die Katzen gibt es auch eine Mutter-Kind- und eine Krankenstation sowie einen Außenbereich.

Die jährlichen Kosten des Tierheimes beliefen sich auf 250  000 bis 280  000 Euro im Jahr, so Danckers. Für Neuaufnahmen entstünden allein durch die Grundversorgung wie Untersuchung und Kastration Ausgaben zwischen 220 und 340 Euro. Ohne Spenden und Erbschaften gehe es nicht, denn die Kommunen übernähmen nur einen Teil der Gesamtkosten.

Thomas Schröder betonte, dass die Übernahme eine Pflichtaufgabe der Kommunen sei, zumindest bei den Fundtieren. Die Aufgaben seien aber schwammig definiert: „Ein gesetzliches Versagen.“ Der Präsident zählt zu Fundtieren auch die, die von Haltern abgegeben werden. Denn diese Tiere landeten auch im Heim, wenn sie ausgesetzt würden. 75 Prozent der aufgenommenen Tiere seien Fundtiere, aber die Kommunen zahlten in der Regel nur ein Viertel der Kosten. „Das Tierheim ist ein reiner Dienstleistungsbetrieb geworden“, stellte der Präsident fest.

Sauerzweig-Strey pflichtete ihm bei: Der Itzehoer Tierschutzverein habe die im Bürgerlichen Gesetzbuch festgeschriebene Verpflichtung der Kommunen übernommen, was die Betreuung von Fundtieren und deren Vermittlung angehe. Die Tierheime bekämen zudem ständig neue Belastungen auferlegt. Auch die vom Ausland eingeschleppten und hier bisher unbekannten Krankheiten führten zu steigenden Kosten. Die klassischen Gäste seien Hunde und Katzen, also Tiere mit höheren Ansprüchen, die vom Tierheim nicht mehr zu bedienen seien.

Auch die Kostenübernahme für beschlagnahmte oder in Sicherheitsverwahrung genommene Hunde sei nicht geklärt, so Schröder. „Wir erwarten ein Leistungsentgelt, das die Kosten voll erstattet“, so die Forderung des Präsidenten des Tierschutzbundes. Hinzu komme bundesweit ein einmaliger Investitionsbedarf von 50 Millionen Euro. Schröder hat eine Idee, wo das Geld herkommen könnte: „Knapp 300 Millionen Euro kassieren die Gemeinden jährlich an Hundesteuer, die aber leider nicht zweckgebunden ist und überwiegend für andere Zwecke ausgegeben wird.“

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