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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 18:32 Uhr

Sportförderung : Mehr Geld für kleine Vereine

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum Jahreswechsel hat die Stadt Itzehoe ihre Sportförderung neu geregelt. Ab sofort gibt es auch Zuschüsse für Gruppen mit eigenen Hallen und Anlagen.

von
erstellt am 08.Jan.2016 | 16:36 Uhr

Erst scheuten alle lange vor dem Problem zurück, dann wurde es über Jahre diskutiert. Nun ist es geklärt: Seit wenigen Tagen gilt in der Stadt eine neue Regelung für Sportförderung. „Das kleinste gemeinsame Vielfache“ nennt Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung, die Lösung.

Gefunden wurde sie in der Arbeitsgruppe zur Sportentwicklungsplanung, die damit das wohl konfliktträchtigste Thema abgehandelt hat. Ein wesentlicher Punkt: Die Vereine müssen weiter keine Gebühren für die Hallennutzung zahlen, die Stadt verrechnet dafür intern einen Betrag von 261  500 Euro. „Etwas anderes passt auch nicht zur Sportstadt“, sagt Jan Schamerowski, Geschäftsführer des Sport-Club Itzehoe. Er ist froh, dass das „Gespenst“ vertrieben ist: „Das wäre für uns natürlich ein Schlag ins Kontor gewesen.“ Erhalten geblieben ist auch die Summe von 25  000 Euro, mit der der Jugendsport gefördert wird. Sie wird nach der Anzahl der Itzehoer Jugendlichen in den Vereinen verteilt, neuer Stichtag ist der 1. Januar, der Meldetermin der 30. Juni.

Neu ist, dass Betriebssportgemeinschaften zahlen müssen, wenn sie Sportanlagen der Stadt nutzen. Das damit eingenommene Geld ist ein Teil des Budgets, das für die wesentlichste Neuerung bei der Sportförderung bereit gestellt wird: 20  000 Euro sind eingeplant, damit auch Vereine mit eigenen Sportanlagen gefördert werden können.

Denn bisher gab es zwar förderfähige Anträge, aber keine Mittel, berichtet Andreas Arndt. Und die Ungleichbehandlung der Vereine mit eigenen Anlagen sowie der Clubs, die städtische Hallen nutzen, war der Knackpunkt. „Ich bin froh, dass wir für die kleineren Vereine ein bisschen die Tür aufgemacht haben“, sagt Jan Schamerowski. Jetzt können diese anhand der Mitgliederzahl am 1. Januar – Meldung ebenfalls bis 30. Juni – Mittel beantragen, um ihre eigenen Anlagen zu unterhalten und zu bewirtschaften. Geschäfts- und Gemeinschaftsräume sowie Gewässer sind allerdings ausgenommen. Bei dieser Förderung gehe es nicht um Riesensummen, sagt Arndt. „Aber es entlastet bestimmt die Vereine an der einen oder anderen Stelle.“

„Rundweg positiv“ findet deshalb Manfred Koplin, Vorsitzender des Itzehoer SV, die neue Richtlinie. Um dann einzuschränken: „Allerdings hätte ich mir natürlich ein bisschen mehr versprochen.“ Angesichts der „antiquierten Anlage“ des ISV sei das Geld ein „Tropfen auf den heißen Stein“ – aber immerhin, wie auch Achim Bünning bestätigt, der für die Pflege der Plätze verantwortlich ist.

Bei Heinrich Gaußling, dem Vorsitzenden des Itzehoer Tennisvereins, klingt es so: Ein wesentliches Thema seien die laufenden Kosten, die eben ein Verein in städtischer Halle nicht habe, ganz abgesehen davon, dass beispielsweise die Tennishalle dringend einen neuen Teppichboden für 30  000 Euro brauche. Doch der Club sei dankbar für alles, was er bekomme, da verzichte er lieber auf das genauere Hinterfragen: „Mir ist der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach.“

Von einem „kleinen Schritt in die richtige Richtung“ spricht Martin Ölscher, Vorsitzender der Itzehoer Wasser-Wanderer. Das Argument mancher Vereine, sie könnten ihren Mitgliedern nicht vermitteln, wenn Hallengebühren zu zahlen seien, lässt er zwar nicht gelten: „Das tun wir tagtäglich.“ Auch hätte er sich „in einer idealen Welt“ mehr gewünscht, aber Ölscher kennt auch die Finanzlage der Stadt: „Was jetzt unter den Rahmenbedingungen gemacht wurde, ist in Ordnung.“ Denn die Sportwelt habe sich zur Solidarität bekannt.

„Breite Zustimmung“ sieht deshalb Amtsleiter Andreas Arndt. Die Interessen der Vereine gingen sehr weit auseinander, es habe lange gedauert bis zu dieser „praktikablen Lösung“, die dem Sport etwas entgegen komme. „Mehr war nicht drin.“

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