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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 23:59 Uhr

Umweltfrevel : Mehr Gartenabfälle im Wald

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Immer mehr Grünabfälle landen dort, wo sie nicht landen dürfen. Die Kosten für die Abfuhr trägt der Steuerzahler.

Herbstzeit, Laubzeit. In diesen Wochen und Tagen fallen wieder besonders viele Blätter und Gartenabfälle an. Doch wohin damit? Kompostieren auf dem eigenen Grundstück oder die Abgabe beim Wertstoffhof sind zwei Möglichkeiten. Doch immer mehr Menschen wählen offenbar eine dritte, illegale Variante: Sie schmeißen die Grünabfälle in den Wald oder auf öffentliche Straßen und Wege.

Auch Inge und Günther Heerwagen, Anwohner der Straße Am Forellenbach, können von einem Fall berichten. Regelmäßig nutzen sie einen kleinen Weg, der − an der Senioreneinrichtung entlang − Richtung Langer Peter führt. „Seit Juli liegt dort ein Haufen mit Grünabfällen“, sagt Inge Heerwagen. Und tatsächlich: Außer Ästen, Laub und Holzlatten sind dort auch jede Menge Äpfel und sogar Plastiktüten sowie Glasflaschen zu finden. Mehrmals hat Inge Heerwagen nach ihre Worten bei der Stadt angerufen und auf den Haufen hingewiesen. „Mir wurde gesagt, dass etwas passiert“, sagt die
75-Jährige.

Aber ist die Stadt überhaupt zuständig? Nachfrage bei der Umweltabteilung. „Der Besitzer des Abfalls ist verpflichtet, ihn wegzuräumen“, sagt Abteilungsleiter Heinz-Rüdiger George. Da dieser sich in solch einem Fall in der Regel nicht ermitteln lasse, müsse die Stadt einspringen. Wenn keine Gefahr für Bürger bestehe, werde illegal abgelagerter Müll turnusmäßig im Zuge von Pflegearbeiten entfernt, so George. Doch der aktuelle Fall sei „untergegangen“, gibt Uta Falkenhagen, Mitarbeiterin im Umweltamt, zu. Der Haufen werde schnellstmöglich entfernt, verspricht sie.

Für die Beseitigung ist der Bauhof mit seinen 50 Mitarbeitern zuständig. Für jeden Fall muss ein Einzelauftrag erstellt werden. „Es ist mehr geworden“, berichtet Falkenhagen. Gerade in Bereichen, die an Grünanlagen, Wiesen oder Waldflächen grenzen, würden vermehrt Grünabfälle entsorgt. Die Täter werden nur selten ausfindig gemacht. Das bedeutet: Die Kosten für die Entsorgung fallen auf den Steuerzahler zurück. Denn jeden Auftrag stellt der Bauhof der Stadt in Rechnung.

„Viel Gleichgültigkeit“, hat auch Bauhof-Leiter Norbert Harfst festgestellt. Immer wieder würden Gartenabfälle einfach im Wald entsorgt. Doch auch die regelmäßig stattfindende Sperrmüll-Abfuhr bereite Probleme. Denn außer dem zugelassenen Müll würden zunehmend auch Baustoffe, Batterien, Farben und Elektro-Artikel an den Straßenrand gelegt. „Das wird von Jahr zu Jahr mehr“, berichtet Harfst, der mit seinen Mitarbeitern für die Entsorgung der illegalen Stoffe zuständig ist. Ein Extrembeispiel gab es im Sommer: Da lagen 50 Autoreifen auf einer städtischen Fläche. Sie wurden vom Bauhof entsorgt − auf Kosten der Allgemeinheit.

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erstellt am 13.Nov.2014 | 17:00 Uhr

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