MUsik : Mehr Festival für die Stadt

Gemeinsam für das Festival (v.li.): Dr. Andreas Koeppen, Achim Thöle, Ulrike Schanko, Dr. Christian Kuhnt, Reinhold Schack und Dr.  Christian Saalfrank.
Gemeinsam für das Festival (v.li.): Dr. Andreas Koeppen, Achim Thöle, Ulrike Schanko, Dr. Christian Kuhnt, Reinhold Schack und Dr. Christian Saalfrank.

Botschafter aus der Wirtschaft sollen ab 2015 zusätzliche Konzerte in Itzehoe ermöglichen.

von
25. Juni 2014, 17:00 Uhr

Wie kann das denn angehen? Die Bestürzung unter den Kulturfreunden war im vergangenen Jahr groß – Itzehoe war kein Spielort im Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF). „Es gab ein bisschen Unruhe in der Bevölkerung, weil wir als Spielstätte durch das Raster gefallen sind“, weiß Ulrike Schanko, Direktorin des theater itzehoe. Ihr Haus fiel wegen der geplanten Erneuerung der Obermaschinerie aus. „Und was wir als alternative Spielstätten angeboten haben, ist von der vorherigen SHMF-Leitung nicht angenommen worden.“

Dabei gehöre ein SHMF-Konzert in der Stadt sprichwörtlich zum guten Ton, findet Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. „Es ist ein fester Bestandteil in der Stadt. Wir hätten gerne wieder mehr Veranstaltungen und würden vielleicht auch einmal einen ungewöhnlichen Ort bespielen.“

Beim neuen SHMF-Intendanten Dr. Christian Kuhnt stößt das auf offene Ohren. Als er sein Amt angetreten hat, habe er von den Schwierigkeiten gehört. „Es sind technische Schwierigkeiten, keine atmosphärischen“, betont er. Von früheren Veranstaltungen wusste er, dass es in Itzehoe „die traumhaft schöne St. Laurentii-Kirche gibt“. Dort präsentieren Sonnabend, 12. Juli, ab 21 Uhr der NDR-Chor unter Leitung von Philipp Ahmann sowie Erik Schumann an der Violine eine Chornacht zum Thema „Engel“. „Es ist ein zentrales Projekt, das wir hier veranstalten“, betont Kuhnt. Und wer Karten für das Konzert mit dem preisgekrönten Violinisten haben möchte, müsse sich beeilen – es gebe eine „rege Nachfrage“.

Für Kuhnt steht fest, dass Itzehoe regelmäßiger Spielort des SHMF sein soll. In diesem Jahr wird die Obermaschinerie im Theater nun endgültig erneuert, ab 2015 könne man das „fantastische“ Haus also wieder einbinden – „eventuell zusätzlich zur St. Laurentii-Kirche“.

Es brauche eine positive Grundstimmung, damit ein Ort für das Festival geeignet sei – und die sieht Kuhnt in Itzehoe „auf phänomenale Weise“. Doch es sei auch eine finanzielle Herausforderung. Um spannende Projekte realisieren zu können, brauche man Hilfe aus den jeweiligen Orten. „Das Festival wird nicht von Lübeck aus übers Land gestülpt, sondern kommt aus den Regionen.“

Die öffentlichen Zuschüsse seien gering, ohne Spender und Sponsoren sei das Festival nicht möglich, unterstreicht Dr. Christian Saalfrank, Geschäftsführer der Sponsorengesellschaft des SHMF. Dabei greife man gerne auf Kulturinitiativen vor Ort zurück – angesiedelt in der „Geschäftswelt, die begreift, dass das Festival etwas Wichtiges, Besonderes ist“. Das könnten ein, zwei Hauptsponsoren sein oder viele, die einen kleinen Beitrag leisten.

In Itzehoe hat sich Achim Thöle, Vorstand der Sparkasse Westholstein und Mitglied im örtlichen Festival-Beirat, der Sache angenommen. Er möchte Festival-Botschafter gewinnen, die sich zu Itzehoe als Spielort bekennen. „Wir wollen keinen Einmal-Effekt, sondern möchten nachhaltig und zukunftsorientiert wirken“, betont Thöle. Deshalb sei die finanzielle Beteiligung der Botschafter zunächst auf drei Jahre ausgerichtet. Angestrebt sei es, auf diesem Weg pro Jahr 10 000 Euro zu erhalten. 20 Botschafter hat sich Thöle als Ziel gesetzt – acht hat er schon, die bereits mehr als die Hälfte des Geldes stellen. Thöles Bestreben: „Ich hoffe, dass wir mindestens ein Highlight bekommen und Frau Schanko ausverkauftes Haus melden kann.“


zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen