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Spendenaktion : Mehr Fahrräder für Flüchtlinge gesucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Werkstatt im „Haus Elim“ in Wilster hat schon 70 Zweiräder instand gesetzt.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 06:10 Uhr

Viele Flüchtlinge brauchen Fahrräder. Und die in der Wilstermarsch untergebrachten Neuankömmlinge sind besonders häufig auf Zweiräder angewiesen, um wenigstens ein Mindestmaß an Mobilität zu haben. „Wir nehmen gern wieder Spenden-Fahrräder entgegen“, sagt Frank Lamberty. Er appelliert an die Bevölkerung, Keller und Schuppen nach ausgedienten Rädern zu durchforsten. Nur eine Bitte hat er: Die Zweiräder sollten möglichst in einem Zustand sein, dass sie auch wieder instand gesetzt werden können. Im Zweifel dienen sie aber auch als Ersatzteillager.

In Lambertys Zweiradhaus laufen die Fäden für die Spendenaktion zusammen. Und das mit Erfolg. „Wir haben schon 70 Fahrräder fertig gemacht“, sagt Lamberty. Er hofft, dass noch viele weitere dazu kommen. Seine Bitte: Die Fahrräder sollten möglichst schon jetzt abgegeben werden, bevor in seiner eigenen Werkstatt die Hochsaison beginnt. „Dann haben wir natürlich nicht mehr so viel Zeit dafür.“

Unterstützung bekommt Lamberty bei seiner Hilfsaktion vom Flüchtlingsbeauftragten des Amtes Wilstermarsch, Knud Jüstel, und von Pastor Karl-Wilhelm Steenbuck als örtlichem Flüchtlingshelfer. Viele der benötigten Ersatzteile gibt Lamberty zum Selbstkostenpreis oder kostenlos ab. Das Gros der Fahrräder wird in der Fahrradwerkstatt des „Hauses Elim“ in der Burger Straße aufbereitet.

„Das macht richtig Spaß“, sagt Julian Veith. Der 24-Jährige kümmert sich seit einigen Wochen in der hauseigenen Fahrradwerkstatt um die gespendeten Fahrräder. In den nächsten Tagen soll er dabei sogar noch personelle Unterstützung bekommen.

Im „Haus Elim“ gehört diese Arbeit zum Programm. 30 Bewohner leben derzeit in der arbeitstherapeutischen Einrichtung, hinzu kommen noch die über die Stadt verstreuten Menschen in den Wohngemeinschaften. 14 feste Mitarbeiter hat das Haus in Wilster – einer von ihnen ist Daniel Tackmann. Aus seiner Sicht kann die Arbeit an den Fahrrädern einen guten Beitrag dazu leisten, die Bewohner „fit fürs Leben“ zu machen. Zwar seien sie alle keine gelernten Fahrradmechaniker, dafür aber mit viel Engagement bei der Sache.

Neben der Werkstatt betreibt das „Haus Elim“ noch einen Hauswirtschaftsbereich, eine Holzwerkstatt und eine Wäscherei. Im Schnitt leben die Bewohner sechs Monate lang in der Einrichtung. Ziel ist es, die Bewohner möglichst wieder in Lohn und Brot zu bringen, was in 20 bis 30 Prozent der Fälle auch gelinge.

Wie begehrt die Arbeit der „Elim“-Bewohner ist, macht Tackmann an einem Beispiel deutlich: „Manchmal stehen fünf oder sechs Flüchtlingsfamilien vor der Tür.“ Damit alle zu Zweirädern kommen, braucht es nicht nur den Einsatz von Julian Veith und Co. Vor allem werden jetzt noch weitere Fahrräder gebraucht, die bei Lamberty abgegeben werden können.

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