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Schule : Mehr Deutschunterricht für Flüchtlingskinder

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Schulrat Arnold Rehder begegnet steigendem Bedarf mit zusätzliche Lehrerstunden.

Als sie nach Glückstadt kamen, verstanden sie kein Wort deutsch: Die Kinder von Asylsuchenden. Das ändert sich jedoch schnell dank der Schulpflicht. Zehn schulpflichtige Kinder von Asylsuchenden besuchen zurzeit Glückstädter Schulen. Die Größeren gehen dabei in die DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache). Durch den stärkeren Zuzug von Flüchtlingen ist die Klasse jedoch voll – sie wird auch von Kindern aus EU-Ländern besucht. Schulrat Arnold Rehder hat deshalb an betroffen Schulen im Kreis Steinburg zusätzliche Lehrerstunden genehmigt.

Der Kreis Steinburg hat drei DaZ-Klassen, die die Kinder für maximal ein Jahr lang wöchentlich für 25 Stunden besuchen – zudem gibt es eine Nachmittagsbetreuung. Zwei Klassen davon sind in Itzehoe, eine an der Gemeinschaftsschule in Glückstadt. „Die Klassen sind auf zwölf Schüler ausgelegt“, erklärt der Schulrat. „Das hat jahrelang gereicht“, erklärt Arnold Rehder. „Jetzt reichen sie nicht mehr.“ So auch in Glückstadt, wo die Klassenstärke wegen eines Notfalls am Montag auf 14 aufgestockt wurde. Vier serbische Kinder mussten kurzfristig aufgenommen werden.

Bis jetzt kamen in diesem Jahr laut Ausländerbehörde insgesamt 290 Asylsuchende in den Kreis Steinburg. 350 werden es bis Jahresende vermutlich sein. Im vergangenen Jahr waren es 175, im Jahr 2006 dagegen nur 16.

Um den Kinder gerecht zu werden, hat der Schulrat mit den Schulleitern Rücksprache gehalten. Aus deren Sicht gibt es zwei Möglichkeiten: Weitere DaZ-Klassen einzurichten oder die Stundenzahl der Lehrer an den einzelnen Schulen erhöhen, um zusätzlichen Deutschunterricht zu geben. Gemeinsam mit dem Personalrat hat der Schulrat nach den Sommerferien entschieden, dass die Regelschulen zusätzliche Stunden bekommen. Auf sieben Kinder kommt eine zusätzliche Lehrerstunde Deutsch. Nach den ihm vorliegenden Zahlen hat zum Beispiel die Glückstädter Grundschule 67 Kinder gemeldet, die Bedarf an zusätzlichem Deutschunterricht haben – die meisten Kinder haben dabei Eltern, die keine Asylsuchenden sind.

Wie es in Zukunft aussehen wird, kann auch Arnold Rehder nicht sagen. Das sei abhängig von politischen Entscheidungen. Denn im Gespräch seien auch Sammelunterkünfte für Asylsuchende. Zudem sei nach seinem Kenntnisstand in der Diskussion, wegen der Problematik mehr Geld für Schulen zur Verfügung zu stellen. 2,5 Millionen Euro seien landesweit im Gespräch, aber „wieviel davon im Kreis Steinburg ankommt, weiß ich nicht“. Schließlich sei die Situation in Städten wie Kiel und Lübeck viel dramatischer.

Ein weiteres Problem ist die Schulbehörde aber schon angegangen: Eigentlich müssen Asylsuchende ihre Kinder selbst bei Schulen anmelden, weil auch für sie freie Schulwahl besteht. „Es gibt keine zuständige Schule mehr wie früher“, erklärt Arnold Rehder. Um die Situation der Eltern so unproblematisch wie möglich zu gestalten, hilft sein Amt. Manchmal auch mit Nachdruck, denn eigentlich dürfen Schulen auch Schüler ablehnen.

Um bei der Schulsuche zu helfen, meldet die Stadt beziehungsweise das Amt die Neuankömmlinge beim Schulamt. Sabine Breiholz vom Schulamt hilft dann den Eltern, für die Kinder die entsprechende Schule zu finden.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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