Mehr Bäume für den Klimaschutz

Spaß an den Spaten hatten Michael Steiner, Sven Buse und Lukas Fuhlendorf von der Waldjugend Barmstedt. Foto: röhrs (2)
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Spaß an den Spaten hatten Michael Steiner, Sven Buse und Lukas Fuhlendorf von der Waldjugend Barmstedt. Foto: röhrs (2)

Schleswig-Holstein braucht mehr Wald: Zur Landesfeier "Tag des Baumes" wurden in Kellinghusen 1000 Bäume gepflanzt

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15. April 2013, 03:59 Uhr

kellinghusen | "Noch im 10. Jahrhundert konnte ein Eichhörnchen in Dithmarschen von Meldorf bis zur Küste von Baum zu Baum springen", heißt es auf der Homepage des Landesministeriums. Aber wo sind all die Bäume ? "Wäre der Mensch nicht, wäre in Schleswig-Holstein überall Wald", erklärte gestern zum "Tag des Baumes Dr. Christel Happach-Kasan, Vorsitzende des Landesverbandes Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Der Wald musste Ackerflächen für die Landwirtschaft weichen. Die Folge: Mittlerweile ist das Land zwischen den Meeren mit einem Anteil von nur 10,3 Prozent Wald (rund 162500 Hektar) das waldärmste der Bundesrepublik (Bundesdurchschnitt 31 Prozent). Aber Schleswig-Holstein forstet wieder auf. Zur Landesfeier "Tag des Baumes" rückten gestern jede Menge Naturschützer mit Spaten ausgestattet auf einem Acker in Kellinghusen an, um bei der Gemeinschaftsaktion der Deutschen Waldjugend, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten rund 1000 Bäume zu pflanzen. "Wir wollen mit der Pflanzaktion darauf aufmerksam machen, dass Schleswig-Holstein mehr Wald braucht", erklärte Christel Happach-Kasan.

Mit der Pflanzaktion wird eine Erstaufforstung auf Flächen der Stadt Kellinghusen gestartet, die unter anderem von der Firma ReForest finanziert und insgesamt einmal 4,5 Hektar umfassen wird. "Das ist natürlich nicht die Welt, aber es ist eine symbolische Handlung", so die SDW-Landesvorsitzende. Wie wichtig der Wald für den Klimaschutz ist, machte auch Christiane Holländer vom Landwirtschaftsministerium deutlich. "Jeder Hektar Wald speichert zehn Tonnen CO2". Das Ziel der Landesregierung, zwölf Prozent Waldfläche in Schleswig-Holstein zu erreichen, bezeichnete sie als "zielstrebig". Verfügbare Flächen seien rar, weil andere Nutzung etwa für erneuerbare Energien lukrativer seien.

Dem Engagement der Naturschützer tat das keinen Abbruch. Vom Landrat Torsten Wendt bis zum zweijährigen Steppke buddelten alle eifrig Löcher für die Setzlinge - Rotbuchen und Roteichen, sowie Ahorn, Wildapfel und Wildpflaume für den Randbereich. Die Deutsche Waldjugend kam dafür extra aus dem ganzen Land angereist. Die 2. stellvertretende Bürgermeisterin Elke Sobania freute es, dass die Störstadt für die Aktion ausgewählt wurde. "Aber mit pflanzen allein ist es nicht getan, der Wald muss auch gehegt und gepflegt werden."

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