zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 17:27 Uhr

Interkulturell : Mehr als nur eine Band

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Musikprojekt bringt Jugendliche aus unterschiedlichen Nationen und Kulturkreisen zusammen.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Itzehoe | Am besten gehen die alten Stücke. Zwar spielen die Jugendlichen an diesem Tag im Jugendtreff am Holzkamp am liebsten Songs aus den Charts. Aber am gefälligsten klingt das rund 20 Jahre alte Stück der Band Oasis – „Wonderwall“.

„Wir spielen alles akustisch, vielleicht, weil ich akustische Gitarre unterrichte“, sagt Lukasz Kaczmavowski. Lehrer will er aber nicht sein in diesem interkulturellen Bandprojekt, das es seit einem guten halben Jahr gibt. Schüler mit iranischen, syrischen, polnischen, spanischen oder deutschen Wurzeln spielen zusammen – dadurch entsteht eine besondere Dynamik. „Wir spielen populäre Songs nach, besorgen uns manchmal die Texte und Noten aus dem Internet oder spielen nach Gehör“, sagt Sängerin Natascha Wetzel.

Mittlerweile ist das Projekt, das aus einer Kooperation der Caritas mit dem Jugendtreff entstanden ist, so angesagt, dass sich eine zweite Gruppe bildet, die freitags ab 17 Uhr im Familienzentrum am Coriansberg probt. „Es sind alle willkommen, die Lust haben, Musik zu machen“, so Asta Nebeling vom Jugendmigrationsprojekt der Caritas. Einige Grundkenntnisse müssten Jugendliche ab zwölf Jahren schon haben, ergänzt Lukasz Kaczmavowski, der Rest entstehe aus dem Üben heraus. Die Teilnahme ist kostenlos.

„Wir wissen noch gar nicht, was das neue Projekt wird. Vielleicht wird es eine reine Mädchenband, vielleicht eine mit einem arabischen Namen. Das ist ja das Schöne, dass die Jugendlichen das selbst entwickeln“, findet Asta Nebeling. Das Projekt stehe nicht in direktem Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge in der Stadt. Allerdings hatte die Band bei der Veranstaltung „Steinburg öffnet sich für Flüchtlinge“ im Regionalen Berufsbildungszentrum einen Auftritt. „Und von mir aus können noch mehr folgen“, sagt Fadi Bdivi, der Geige spielt.

Die Band hat schon alles was man braucht, nur der Name ist noch vorläufig. Denn lange hätten sich die Jugendlichen an einem Au-Pair-Mädchen aus Frankreich orientiert, das einige Monate mitgespielt hat. „Erst hieß die Band in Anlehnung an ihren Namen ,Cléa don’t go‘ – jetzt heißt sie ,Cléa is gone‘“, sagt Holger Reimers vom Jugendtreff. Eines will er nicht ausschließen: „Vielleicht heißen sie ja irgendwann auch ,Cléa is back‘.“ Und vielleicht wollen die Jugendlichen ja gerade das mit dem Lied „Wonderwall“ erreichen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen