Koordination gefragt : Mehr als leere Worte

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Die Kreisstadt braucht einen Integrationsbeauftragten, findet Kommentator Kay Müller.

Kay Müller von
16. Januar 2015, 05:00 Uhr

Es ist unglaublich überstrapaziert. Das Wort Willkommenskultur. Denn natürlich wollen sich alle aufgeklärten und weltoffenen Mitbürger in dieser Stadt auf die Fahnen schreiben, dass sie etwas für die immer zahlreicher eintreffenden Flüchtlinge tun wollen. Das Engagement ist löblich und offenbar funktioniert das, was mit dem ebenfalls überstrapazierten Begriff „Zivilgesellschaft“ beschrieben wird. An vielen Stellen helfen Menschen, meist ehrenamtlich, um die Flüchtlinge zu integrieren. Doch was fehlt, ist eine zentrale Koordination, die ein Arbeitskreis Migration, der nur an wenigen Terminen im Jahr tagt, nicht leisten kann. Was Glückstadt schon hat, das braucht Itzehoe dringend: Einen Integrationsbeauftragten, der sich zumindest teilzeitlich nur um die Fragen kümmert, die mit der zunehmenden Zahl der Flüchtlinge in der Stadt entstehen. Dort könnten lokale Initiativen vernetzt werden, finden Menschen, die etwas für Flüchtlinge tun wollen, einen Ansprechpartner – genauso wie die Asylsuchenden selbst. Und wenn ein Integrationsbeauftragter dafür sorgen könnte, dass die gesellschaftliche Einbindung der Flüchtlinge noch besser abläuft, würde das der Stadt sogar langfristig Kosten sparen.

Die Zeit drängt jedenfalls, denn jede Woche stehen wieder zehn neue Flüchtlinge am Bahnhof, die eine neue Heimat suchen.

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