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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 20:16 Uhr

Prozess : Mehr als 40 Mal Tochter missbraucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fünf Jahre Haft für Horrorvater aus Brunsbüttel. Dieses Urteil fällt das Landgericht Itzehoe.

Für fünf Jahre muss der Brunsbütteler Horrorvater ins Gefängnis.

Das entschied gestern die Jugendkammer am Itzehoer Landgericht und entsprach damit exakt dem Strafantrag von Strafverteidiger Jörg-Uwe Halusa aus Brunsbüttel. Staatsanwältin Stephanie Poensgen hatte sechseinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert. Vor allem das schonungslose Geständnis rechnete die Kammer dem Angeklagten an, ersparte es dem Opfer doch die Vernehmung vor Gericht, die s einem zweiten Durchleben der entsetzlichen Taten gleichkommt.

Mehr als 40 Mal missbrauchte der 39-jährige Mann seine leibliche Tochter (12) in der elterlichen Wohnung. Der Tatzeitraum erstreckt sich Juli bis Ende Dezember 2013 in der elterlichen Wohnung. 14 Taten kamen zur Anklage, davon in zwei Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs, in denen es zum Eindringen in den Körper des damals elfjährigen Kindes kam. Von seinem perversen Missbrauch schoss der Hartz  IV-Empfänger zudem Fotos, die er auf seinem PC absicherte.

Als er im Februar den PC offen stehen ließ, sah seine langjährige Ex-Lebensgefährtin und Mutter von drei seiner vier Kinder die Bilder. Seither sitzt der Horrorvater in Haft.

Auch hatte er aus dem Internet herunter geladene kinderpornografische Bilder auf seinem Rechner. Als ,,Mangabilder“ verharmloste er diese vor Gericht.

Die Familiengeschichte des Verurteilten ist pure Tristesse. Selbst aus einer Patchworkfamilie stammend, kam er sofort auf die Brunsbütteler Sonderschule. Dort erreichte er seinen Förderschulabschluss. Es folgte das Jugendaufbauwerk in Meldorf. Als Hilfsarbeiter verdingte er sich bei einer regionalen Zeitarbeitsfirma. Immer wieder war er zwischenzeitlich arbeitslos. Silvester 1999 lernte er seine Lebensgefährtin kennen. Man zog zusammen, bekam Kinder. 2002 wurde die missbrauchte Tochter geboren. Immer wieder fing sich der Vater Urteile wegen Sachbeschädigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Diebstahl ein. Anfang 2013 musste er mal wieder ins Gefängnis. Seine Freundin suchte sich derweil einen neuen Lebensgefährten, die Tochter und der Sohn (8) blieben bei ihm, der jüngste Sohn bei seiner Mutter. Immer wenn der Achtjährige eingeschlafen war, machte sich der Vater über die Tochter her, wohl merkend, das sie das nicht wollte. ,,Wir gehen davon aus, dass sie ihr Kind benutzt haben zur Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse, nachdem ihre Frau als Sexualpartnerin ausgefallen ist“, sagte Richterin Hildebrandt in der Urteilsbegründung.

Auf Facebook lud der Vater geradezu zum Einblick in sein kaputtes Familienleben ein. ,,Ein richtiger Vater kümmert sich um sein Kind, auch wenn er nicht mehr mit der Mutter zusammen ist“, lautet da die Zeile auf einem Posting. Zu sehen ist darauf ein tätowierter Vater, der seiner kleinen Tochter liebevoll die Haare kämmt. Das Jugendamt war im Übrigen seit langem bei der Familie eingeschaltet. Vom monatelangen Missbrauch aber hat das Amt ganz offensichtlich nichts mitbekommen.

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