zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 00:32 Uhr

Neubau : Megayacht kurz vor Fertigstellung

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Mitglieder der Schützengilde besichtigten die Peterswerft in Wewelsfleth. Das Luxusschiff ist noch unter dem Zeltdach vor freien Blicken geschützt.

Noch wird der jüngste Neubau einer Megayacht auf der Wewelsflether Peterswerft als großes Geheimnis gehütet. Eingehüllt unter einem großen Zeltbau über dem Dock der Werft steht die über hundert Meter lange Megayacht „IDynasty“ kurz vor der Fertigstellung. Freien Blick auf die schneeweiße Megayacht haben die Liebhaber der Luxusyachten erst in drei Wochen, wenn der Neubau ausgedockt wird. Das kündigte Werftchef Mark Dethlefs am Wochenende bei einem Besuch von rund 30 Mitgliedern der Bürger-Schützen-Gilde Wilster auf der Werft an.

Die Werftbesichtigung hatte er mit Gildeschreiber Gerd Martens lange vereinbart, war Mark Dethlefs doch im vergangenen Jahr Gildekönig der 634 Jahre alten Bürgergilde gewesen. Dass die Gildebrüder überhaupt Gelegenheit erhielten, den Yachtneubau unter dem Zeltdach zu erleben, war dem Eigner der neuen Megayacht zu verdanken. Dieser hatte während der Monaco Yacht Show vor wenigen Tagen im Fürstentum grünes Licht für die Besichtigung gegeben. Die viertägige Yachtshow in Monaco, auf der die Peterswerft mit ihrer „Kusch Yachting“ mit einem eigenen Messestand vertreten ist, gilt als größte Bootsmesse der Welt.

Über den Auftraggeber für die „IDynasty“ hüllt sich Mark Dethlefs allerdings weiterhin in Schweigen. Das sei den üblichen Verträgen in dieser Branche geschuldet. Er gab lediglich den Blick frei auf ein Schiffsmodell der neuen Megayacht, die am Heck die Nationalflagge der Cayman Islands in der Karibik trägt. Die „IDynasty“ ist 100,8 Meter lang und 16 Meter breit bei einem Tiefgang von 5,70 Metern. Das 17 Knoten schnelle Schiff wird über viel Luxus, über einen Pool und einen Hubschrauberlandeplatz verfügen.

„Wir gehen im Dezember auf Probefahrt rund um Helgoland und werden das Schiff vermutlich Ende März abliefern“, kündigte Mark Dethlefs an. Letzte Maßnahme, die unter größter Geheimhaltung vollzogen werden soll, wird der dreimonatige Endausbau des Eignerbereichs sein. Die Übergabefahrt führt die „IDynasty“ im Frühjahr ins norwegische Kristiansand, ehe es dann weitergeht ins Mittelmeer, berichtete Dethlefs.

Er sieht im Übrigen gute Chancen für einen weiteren Megayacht-Auftrag. Kusch Yachting liege gut im Rennen um den Auftrag für ein 122-Meter-Schiff im Stil der „Tatoosh“, die mit einer Länge von 92,4 Metern vor 14 Jahren für den Microsoft-Mitbegründer Paul Allen an der Stör gebaut wurde. Übrigens: Die „Tatoosh“ wird am 1. Dezember in die Stör zurückkehren und sechs Monate lang im Trockendock der Peterswerft großzügig umgebaut.

Mit 122 Metern ist der anvisierte Neubau noch nicht die größte Megayacht der Wewelsflether Schiffbauer. „Wir können hier bis zu 140 Meter lange Schiffe bauen. Das größte war bisher die 135 Meter lange ,Al Mirqab‘“, sagte Dethlefs. Die „Al Mirqab“ befindet sich im Eigentum des Emir von Katar. Vier Jahre lang haben 700 Spezialisten aus ganz Europa an dieser Megayacht gebaut, die auf der Rangliste der größten Yachten der Welt den 11. Platz einnimmt.

Das Modell der „IDynasty“ ist übrigens nicht das einzige im Konferenzraum der Werft. Dort sind auch Modelle der 65 Meter langen „White Rose of Drachs“ (Großbritannien) und der 57 Meter langen „Senses“ zu bewundern, die 1999 in Wewelsfleth fertiggestellt wurde und 2011 von Google-Mitbegründer Larry Page für 45 Millionen US-Dollar erworben wurde.

Auf der Peters-Werft hieß Mark Dethlefs die Gäste von der Bürgergilde willkommen. Er führte die Besucher über das Werftgelände und schließlich zu der neun „IDynasty“, ehe er im Konferenzraum aus der Geschichte der Peterswerft erzählte, die 1871 mit dem Schiffbaumeister Jürgen Peters begann. In der über 140-jährigen Geschichte sind auf der Wewelsflether Werft über 680 Neubauten vom Stapel gelaufen: Containerschiffe, Mehrzweckfrachter, Passagierschiffe, Spezialschiffe und Megayachten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen