zur Navigation springen

Volkshochschule : Meditation ohne Mönche und Gurus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Thomas Greinke (48) zeigt in Glückstadt, wie sich Meditation in den Alltag integrieren lässt. Neuer Kurs startet am 6. Februar

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 17:21 Uhr

Meditation. Da hat man sofort Bilder von enthaltsamen Mönchen, langhaarigen Gurus oder Esoterikern mit Batik-Shirts im Kopf. Thomas Greinke ist nichts davon. Er ist Drummer, seine Leidenschaft ist der Jazz. Mit seinem Dreitagebart, den Sneakern und den Armreifen aus Metall sieht er eher nach Generation-Rock als nach spiritueller Sinnsuche aus. Doch genau das bestimmt seit mehr als 35 Jahren sein Leben. Jeden Tag vor dem Frühstück geht er in seinen Zen-Raum und meditiert. Um an seine „innere Quelle“ zu kommen, sagt er. Denn nach der hat er lange gesucht.

Schon als junger Mann quälte ihn die Frage nach dem Sinn, trotz Abi, Freunden und intakter Familie. „Ich hatte alles – und war trotzdem todunglücklich.“ Er fing an, sich mit Mystik zu beschäftigen, betete in katholischen Klöstern und suchte Schamanen und Mönche auf. Im Zen-Buddhismus blieb er eine Zeit hängen, entschied sich aber doch dagegen. „Das war mir zu streng“, sagt er. Seitdem findet er seinen Sinn in der Meditation. Mit stundenlangem Stillsitzen hat das jedoch nichts zu tun. „Wir sind nicht nur da, um zu meditieren. Der Mensch will sich auch bewegen.“ Stattdessen versucht er, die Entspannung in den Alltag einzubauen. Es gehe dabei mehr um Achtsamkeit, wie zum Beispiel das Innehalten zwischen zwei Telefonaten im Büro.

Seit einigen Jahren gibt der Oelixdorfer seine Erfahrungen auch an andere weiter. Er unterrichtet unter anderem in Hamburg und gibt auch Unterricht an der Volkshochschule Glückstadt. „Meditation – Training fürs Leben“ heißt der Kurs, bei dem Greinke seinen Teilnehmern zeigen will, wie man durch Entspannung sein Leben bewusster und freier gestalten kann. Dabei müsse jeder seinen eigenen Weg finden, Regeln seien in seinem Meditationskreis tabu. Denn: „Meditation ist eines nicht: eine Technik.“ Außerdem brauche man dazu weder Räucherstäbchen noch sonst irgendeinen Esoterik-Kram. „Buddhas kriegt man mittlerweile ja schon beim Aldi“, sagt er.

Die Alltagstauglichkeit war es auch, die Conny Scholz überzeugt hat. Sie kommt regelmäßig in die VHS, um zusammen mit den anderen Teilnehmern zu meditieren. Ganz neu ist der Gedanke der erlernten Entspannung im Alltag für sie nicht. „Ich habe auch schon Yoga und andere Meditationen ausprobiert, aber das hier bringt es einfach auf den Punkt.“ Einmal in der Woche sucht sich Thomas Greinke dafür ein Thema heraus, das im Fokus des Treffens steht. „Das können zum Beispiel die Atmung oder die Sitzhaltung sein oder auch Themen wie Freiheit. Manchmal machen wir auch Geh-Meditation oder Qigong.“ Gemacht wird nur, worauf die Gruppe Lust hat. „Das ist das Schöne daran – es ist einfach jedes Mal anders“, findet Conny Scholz.

Geeignet ist der Kurs für jeden, egal ob Yoga-Profi oder völliger Anfänger. Angst vorm Lotus-Sitz braucht außerdem niemand zu haben – wer will nimmt sich eines der bunten Kissen oder setzt sich hin, wie er möchte. Der nächste Meditationskurs mit an der VHS startet am Donnerstag, 6. Februar. In Raum 8 wird von 19.30 bis 21 Uhr zehn Abende lang meditiert. Kosten: 55 Euro plus 3 Euro Einschreibgebühr. Auch Anfänger sind dazu willkommen.

> Infos zum Kurs unter www.vhs-glueckstadt.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen