Mediation nach Kündigung bei Stadtwerken

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28. März 2018, 05:00 Uhr

Auf der einen Seite Manfred Tenfelde. Auf der anderen Seite Bürgermeister Andreas Koeppen, beide begleitet von Rechtsanwälten. So trafen sie sich gestern vor dem Landgericht. Tenfelde hat gegen seine fristlose Kündigung als Geschäftsführer der Stadtwerke Itzehoe im Juli 2017 geklagt. Koeppen bildet allein die Gesellschafterversammlung der beklagten Stadtwerke.

Kernvorwurf gegen Tenfelde: Er habe versäumt, Fördergelder für den Umbau im Schwimmzentrum zu beantragen, das habe einen Schaden in Höhe von knapp 250 000 Euro verursacht. Der Ex-Geschäftsführer wird von einer Frankfurter Kanzlei vertreten, die im Auftrag des Berufsverbandes kommunaler Unternehmensleiter arbeitet. Für die Stadtwerke ist eine große Wirtschaftskanzlei tätig. Tenfelde will feststellen lassen, dass das Arbeitsverhältnis weiter besteht und die Abberufung als Geschäftsführer unwirksam war. Zudem geht es dem
62-Jährigen um einen Anspruch auf Schadenersatz.

„Dazu ist schon sehr viel Papier ausgetauscht worden“, sagte Klaus Emmermann, Vorsitzender der Kammer für Handelssachen. Er stellte unwidersprochen fest, es gebe ein „Zerwürfnis“, selbst bei erfolgreicher Klage werde Tenfelde nicht in seinen Job zurückkehren.

Also geht es um die Bedingungen der Trennung. Dass die Kündigung vor Gericht Bestand habe, sei kein „Selbstgänger“, stellte Emmermann klar. Wärmstens empfahl er eine Mediation, sonst drohten lange Verfahren: „Die Verhältnisse zwischen den Beteiligten sind komplex und bergen Streitstoff für Jahre.“

Beide Seiten stimmten zu, die Mediation soll nun die Lösung bringen. Emmermann: „Wenn es nicht klappt, klappt es halt nicht.“ Dann geht der Prozess weiter.

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