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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 01:07 Uhr

Ehrungen : Medaillen für engagierte Helfer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Land Schleswig-Holstein ehrt 41 Hilfskräfte aus dem Kreis Steinburg mit dem „Flut-Ehrenzeichen 2013“ für ihren Einsatz in Lauenburg und Umgebung.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2014 | 13:05 Uhr

„So jung und schon ein Held. Darf ich fragen wie alt sie sind?“, Landrat Torsten Wendt überreicht dem zwanzigjährigen Marcel Löffler aus Itzehoe eine Urkunde und ein schwarzes Schächtelchen. „Ich piekse sie heute nicht“, erklärt er mit einem Lächeln. Am Mittwochabend wurden rund vierzig Steinburger Einsatzkräfte der Feuerwehrbereitschaft, des Löschzuges Gefahrgut und des Deutschen Roten Kreuz in der Technischen Kreisfeuerwehrzentrale Steinburg mit dem „Flut-Ehrenzeichen 2013“ des Landes Schleswig-Holstein geehrt.

Es war im Juni 2013, als Marcel Löffler und sein Kollege Peter Bräuß (55) für das Deutsche Rote Kreuz Nachschub an Verbrauchsmaterial nach Lauenburg brachten. Genauer gesagt: „Handschuhe, Wathosen und Feldbetten – Wathosen, das sind Gummistiefel, die bis zur Brust reichen“, erklärt Peter Bräuß. In Lauenburg und Umgebung war zu dieser Zeit die Elbe über die Ufer getreten. Für die Menschen vor Ort bedeutete dies den Ausnahmezustand. Auch Alexander Meyer (37) und Daniel Meinicke (19), die dem Löschzug Gefahrgut angehören, waren vom 14. bis zum 16. Juni 2013 in Lauenburg im Einsatz. „Wir waren in dieser Jugendherberge untergebracht. Beeindruckend war der Blick aus dem Fenster“, erinnert sich Daniel Meinicke. Dort hätte eine Uferpromenade und das Gebäude der Wasserpolizei sein sollen, berichtet er. Auf dem Foto, das Alexander Meyer auf seinem Mobiltelefon zeigt, reicht das Wasser stattdessen bis zur Fensterbank.

„Es passiert immer etwas. Wann das nächste größere Ereignis stattfindet wissen wir nicht. Aber es ist die Aufgabe des Kreises, sich darauf vorzubereiten“, beschreibt Torsten Wendt die Notwendigkeit, Maßnahmen für den Katastrophenschutz zu ergreifen. Das sei hauptsächlich eine organisatorische Leistung, aber auch eine Frage des Personals. Um so mehr Wertschätzung verdiene die ehrenamtliche Tätigkeit. „So viele Helfer, wie wir sie hier haben, könnten wir gar nicht bezahlen“, betont er und appelliert an die Menschen im Kreis, sich in Hilfsorganisationen, wie dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk oder der Feuerwehr zu engagieren. „Dafür muss man keine zwanzig mehr sein. Wir haben für jeden die passende Aufgabe“, so Torsten Wendt.

Außerdem sei es wichtig in der Bevölkerung ein Bewusstsein für das Thema Selbsthilfe zu schaffen, meint er. Der organisierte Katastrophenschutz funktioniere sehr gut, wenn es sich um ein punktuelles Ereignis, wie an der Elbe, handele. Bei einer landesweiten Katastrophe sähe dies aber ganz anders aus. Er erinnert an die große Schneekatastrophe 1978/79 in Schleswig-Holstein, in der die Menschen in erster Linie auf gegenseitige Hilfe angewiesen waren.

Um auf alles vorbereitet zu sein, sind Übungen geplant. Noch in diesem Jahr solle ein kerntechnischer Unfall erprobt werden. Für 2015 sei zum Beispiel ein Sturmflut-Szenario an der Westküste geplant.

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