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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 22:11 Uhr

Befragung : Masterplan für besseres Radfahren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Radfahrer wurden zu ihren Wünschen und Gewohnheiten befragt. Die Erhebung dient als Grundlage für ein Verkehrskonzept.

Mehr Menschen sollen aufs Rad statt ins Auto steigen und sie sollen in der Stadt sicher unterwegs sein – das sind die wesentlichen Ziele des Masterplans Radverkehr, der für die Stadt von zwei Büros aus Lübeck und Hannover erarbeitet wird. Der Plan soll Grundlage sein, um Defizite ab-, aber auch Qualitäten auszubauen, die Innenstadt fahrradfreundlicher zu machen und durchgängig befahrbare, komfortable Hauptachsen für den Radverkehr zu schaffen. Begleitet wird das Projekt durch die Fahrradkommission, zu der Vertreter aus Verwaltung, Politik sowie Polizei und Verbänden wie dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub gehören.

Erste Schritte für die Ausarbeitung des Konzepts sind bereits gelaufen. Darüber berichtete jetzt Stefan Luft vom Lübecker Büro Urbanus im Stadtentwicklungsausschuss. Die Bestandsaufnahme habe man hinter sich, nun gehe es in die heiße Phase, so Luft. Im Februar soll die Schlussdokumentation vorgelegt werden.

Neben der baulichen Bestandsaufnahme bildet eine Radfahrer-Befragung die Basis. In der Stadt, an Schulen und parallel auch auf der Internetseite der Stadt wurden Radfahrer befragt, um ihre Nutzungsgewohnheiten, Sorgen und Anregungen zu erfahren. „Die Radfahrer in Itzehoe sind überwiegend ‚Stammkunden‘, es gibt nur wenige Gelegenheitsnutzer“, fasste Stefan Luft zusammen. 80 Prozent der Befragten nutzen das Rad fast täglich. 63 Prozent fahren bei jedem Wetter, Freizeit-Radler sind mit 37 Prozent der größte Anteil, 20 Prozent nutzen den Drahtesel, um zur Arbeit zu kommen, elf Prozent für den Weg zur Schule oder Ausbildungsstätte. Eine Besonderheit in Itzehoe: „Wer nicht Rad fährt, nutzt in der Regel das Auto“, so Luft. 49 Prozent gaben dies an. In anderen Städten seien Radfahrer eher Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, erläuterte Luft. Die wichtigsten Ziele der Radler: Stadtzentrum, Klinikum und Schwimmzentrum.

Als wichtigste Maßnahme wurde von den Befragten die Instandhaltung und Verbesserung der Radwege genannt. Auch eine bessere Verkehrsführung an Knotenpunkten sowie mehr Fahrrad-Parkplätze im Zentrum werden gewünscht. „Das sind Probleme, die angegangen werden sollten“, sagte Luft.

Eine Verkehrszählung kristallisierte die Lindenstraße als Haupteinfallstraße heraus. Ebenfalls stark genutzt: Viktoriastraße, Schumacherallee, Große Paaschburg sowie weitere typische Schulwege wie etwa am Lehmwohld. Als „Problemknoten“ erwiesen sich die „üblichen Verdächtigen“, erklärte Luft. Also vor allem unübersichtliche Kreuzungen und Verkehrsführungen wie etwa am Adler oder am Langen Peter. Aber auch am Delftor gebe es einen neuralgischen Punkt. Weiter kritisch bewertet: die Wellenkamper Unterführung. Generell war die Radverbindung vom Stadtzentrum Richtung Wellenkamp und Münsterdorf ein Schwerpunkt der Nennungen. Insbesondere für die Fahrt nach Wellenkamp müsste nach Alternativen gesucht werden, bevorzugt über das Alsen-Gelände.

Die Lindenstraße sei eine „Horrorstraße“, meinte Stefan Luft. Besonders der Bereich zwischen Grunerstraße und Dithmarscher Platz sei durch parkende Autos und Lieferverkehr sehr unübersichtlich und biete wenig Gestaltungsspielraum, besser sehe es auf dem Stück bis zum Adler aus.

Eine konkrete Empfehlung hatte Luft bereits für den Bereich am Ostlandplatz dabei, der ebenfalls auf einer der Hauptachsen, der Alten Landstraße, liegt: Dort ist an der Ampel eine Radfahr-Zone vorgesehen, auf der die Radler stehen und sich somit vor die wartenden Autos setzen können. „Oft braucht es gar keine großen, teuren Maßnahmen, um eine Verbesserung zu erreichen.“

Ein weiterer Punkt, den die Planer beim Erstellen eines Maßnahmenkatalogs berücksichtigen werden: das Fahrrad-Parken. Es gebe rund 1700 öffentliche Fahrradstellplätze an 57 Standorten, führte Luft aus. Doch nur vier davon fassen mehr als 100 Räder. Und es sei weder ein systematisches Monitoring vorhanden, noch gebe es „Komfortausstattungen“ wie Überdachung oder Ladestationen. Es müssten Basis-Standards festgelegt und ein schlüssiges Gesamtkonzept entwickelt werden, das auch die Abstellanlagen anderer Akteure, etwa des Einzelhandels, einbezieht.


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erstellt am 14.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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