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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 10:26 Uhr

Maßarbeit für ein neues Wahrzeichen

vom

Mittelteil für die neue Autobahnbrücke über die Stör auf die Strompfeiler gehoben: Drei Kräne bewegen 1200 Tonnen Stahl

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

itzehoe | Ab 1998 wurde geplant, ab März 2006 gebaut. Seither gab es viele Meilensteine beim Lückenschluss in der Autobahn 23. Gestern wieder: Nach umfangreichen Vorarbeiten wurde am Abend die zweite Stabbogenbrücke auf den Strompfeilern über der Stör installiert.

Damit wiederholte sich, wieder vor reichlich Publikum auf den Deichen, ein Schauspiel aus dem Februar 2008. Damals waren Flaschenzüge im Einsatz, jetzt setzten die Ingenieure auf insgesamt drei Kräne. Vorteil: Sie brauchten keine Hilfskonstruktion, um die 120 Meter lange und 1200 Tonnen schwere Strombrücke auf die rund 20 Meter hohen Pfeiler zu schieben. Die einzelnen Teile wurden gefertigt in Hannover in der Stahlbauwerkstatt der Firma Eiffel Deutschland Stahltechnologie GmbH, die mit den Firmen Porr Technobau und Umwelt GmbH und der Sächsischen Bau GmbH ein Konsortium bildet. Auf der Baustelle wurden die Teile zu einem Stück verschweißt.

Auf Schwerlast-Fahrzeugen sei die Strombrücke bereits am Montagabend rund 200 Meter vom Bauplatz an die Stör herangebracht worden, erläuterte Kai-Uwe Schacht, Leiter der Itzehoer Niederlassung des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr. Bei Niedrigwasser gestern Morgen wurde ein Wagen auf einen Ponton im Fluss gefahren, dieser dann auf die andere Seite geschoben, wo die Brücke auf einem weiteren Schwerlast-Fahrzeug abgelegt wurde. Dabei habe der Ponton ständig in der Waage gehalten werden müssen, das steigende Wasser glich das Gewicht aus. Der am Nachmittag einsetzende Regen war nur lästig, ein Problem dagegen war der zunächst heftige Wind: Die Kräne könnten nur bis zur Stärke 6 eingesetzt werden, so Schacht. Doch es funktionierte, die zweite Strombrücke landete am Abend - wegen der nötigen Sorgfalt deutlich später als geplant - neben ihrer Schwester, das neue Itze hoer Wahrzeichen ist komplett.

"Die Stabbogenbrücke ist das Kernstück der Störbrücke", sagte Schacht. Und sie sei "ein schönes Beispiel für die Professionalität, die wir in Deutschland bei Großprojekten haben", so Eiffel-Geschäftsführer Uwe Heiland.

Davon überzeugte sich auch Verkehrminister Reinhard Meyer. Er betonte die Bedeutung des 140-Millionen-Euro-Projektes, mit dem die Lücke in der Autobahn 23 geschlossen und das Nadelöhr beseitigt werde. Im Jahr 2015 soll das Vorhaben beendet sein, zudem sei auch der Ausbau der Bundesstraße 5 zwischen Itzehoe und Wilster-West geplant, betonte Meyer. Und: Er als Minister und die Landesregierung stünden auch zur A 20 mit Querung der Elbe.

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