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Alttraktorenfreunde : Maschinenschau im Dauerregen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hunderte Besucher kommen trotz des Dauerregens zur vierten Auflage von „Waldarbeit im Wandel der Zeit“ der Alttraktorenfreunde Westküste in Burg. Die Besucher erleben Maschinen aus den vergangenen Jahrzehnten.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Dauerregen und Matsch hielten anscheinend nur wenige vom Besuch der vierten Auflage der Veranstaltung „Waldarbeit im Wandel der Zeit“ ab. Hunderte Männer und einige Frauen fanden am Sonnabend den Weg in den Burger Erholungswald, wo auf der Fläche am Aussichtsturm Kettensägen und Alttraktoren die Luft mit Lärm und Dieselqualm erfüllten.

Die Stürme „Christian“ und „Xaver“ hatten für reichlich Holz zum Rücken und Sägen gesorgt. Ralf Jebens aus Brickeln zerlegte mit seiner großen Stihl Kettensäge einen Baum nach dem anderen und längte die Stämme auf vier Meter ab. Olaf Reese aus Wilster, der 1990 mit Bernd Peinelt aus Burg die Alttraktorenfreunde Westküste ins Leben gerufen hatte, zog mit seinem Traktor die Stämme zur Weiterverarbeitung auf den Platz. Die besten Lärchenstämme wanderten auf Markus Suhns Bockbandsäge, wo der Buchholzer Bauunternehmer die Stämme zu 50 Brettern für den Burger Waldkindergarten zurechtsägte. Kindergartenleiterin Jutta Märtin-Nöhring dankte Jebens, Suhn sowie der Gemeinde Burg, die das Holz stiftete, für das tolle Geschenk aus dem eine neue Ritterburg werden soll; die alte war den Stürmen zum Opfer gefallen.

Gegenüber schnitten mehrere Alltraktorenfreunde Brennholz mit einer über einen langen Antriebsriemen betriebenen Kreissäge aus den 50er Jahren. Für den optimalen Überblick über die Veranstaltung sorgte wieder Dithmarschens Holzfäller Nummer 1: Unternehmer Wilm Lucht aus Friedrichskoog, der seine 30-Meter-Hebebühne in Stellung gebracht hatte.

Rund 50 Kettensägen aus sieben Jahrzehnten zeigten die technische Entwicklung des Geräts. Marko, der aus Groningen angereist war, hatte mit seiner 8,5 PS starken Dolmar Kettensäge aus den 70ern, bestückt mit einem 150 Zentimeter Schwert, die größte Säge dabei. Die Urigste aber war die von einem Viertaktmotor angetriebene Sally Saw von Peter Schlicht aus Övelgönne/Wesermarsch. Die tragbare Kreissäge, Baujahr 1946, stammt aus den USA und läßt sich dank eines Drehmechanismus auch zum Fällen von Bäumen nutzen. Michael Peters aus Buxtehude geht nur mit Kumpel in den Wald, denn seine Säge Marke Eigenbau erfordert einen zweiten Mann. „Ein Motor dreht vorwärts, einer rückwärts“, beschreibt Peters die Funktionsweise seiner leistungsstarken Zwei-Motoren-Kettensäge.

Schmied Jan-Peter Reimers aus Trennewurth hatte seine mobile Schmiede aufgebaut, mit der er vor Ort Werkzeuge für die Waldarbeit herstellen und reparieren konnte. Daneben die Stände von Burg Natur, an denen es Kaffee, Kuchen, Wurst vom Grill, Glühwein und Bier gab. Zur Klärung der Frage, wie der Mann im Wald so lebt, trug Lutz Christiansen bei, zugleich Erfinder und Organisator der Waldarbeitsschau. Im frisch fertiggestellten Wohnanhänger, gezogen von seinem Unimog aus den 60ern, war der Brunsbütteler angereist. Waschbecken, Küchenhexe, Geschirrschrank, Etagenbett, Deckenlampe, Fernseher und ein Tisch sorgen für optimales Wohlbefinden im rollenden Eigenheim aus einem ehemaligen Jahrmarktskassenwagen. Und weil viele der 50 Alttraktorenfreunde Westküste ein ähnliches rollendes Eigenheim besitzen, will man im Juli mit mindestens 18 Gespannen auf große Niedersachsentour gehen. Höhepunkt wird die Überfahrt der Hamburger Köhlbrandbrücke sein. „Die Genehmigung dafür liegt vor“, sagt Vereinsvorsitzender Hans-Heinrich Höhrmann.

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