Marsch rüstet sich für Rentnerflut

Lothar Schramm (links) und Jörg Bucher freuen sich über den großen Rücklauf bei den Senioren-Fragebögen.
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Lothar Schramm (links) und Jörg Bucher freuen sich über den großen Rücklauf bei den Senioren-Fragebögen.

Bald 40 Prozent aller Krempermarsch-Bewohner über 60 Jahre alt / Hohe Rücklaufquote bei großangelegter Senioren-Befragung

shz.de von
23. Juni 2014, 15:23 Uhr

Im Mai startete das Amt Krempermarsch eine große Senioren-Befragung (wir berichteten). Parallel dazu wurden auch die amtsangehörigen Gemeinden und die Stadt Krempe hinsichtlich ihrer bereits bestehenden Senioren-Angebote abgefragt. Mit beiden Umfragen will man ein Konzept erarbeiten, das unter anderem eine Anlaufstelle für ältere Menschen möglich machen soll. Als Sitz ist das Amtsgebäude angedacht. Wie die Umsetzung genau aussehen könnte, soll nun anhand der Umfrage-Unterlagen erarbeitet werden.

„Die Rücklaufquote der Fragebögen ist sehr gut“, freut sich Lothar Schramm, bei dem die Fäden des Projektes zusammen laufen. Rund zwei Drittel aller Bürger ab 60 Jahren in den zehn Amtsgemeinden werden sich „voraussichtlich am Ende gemeldet haben“. Gemeinsam mit dem Leitenden Verwaltungsbeamten Jörg Bucher zog Schramm während eines Pressegesprächs ein erstes Zwischenfazit und ging dabei auch auf die Bedeutung der Bürger- und Gemeinde-Umfragen ein.

Von den 9301 Einwohnern des Amtes Krempermarsch sind aktuell 2508 über 60 Jahre alt. Das entspricht rund 27 Prozent. Mehr als ein Viertel aller Bürger ist also bereits in Rente oder nähert sich dem Ruhestand an. „Der Wert wird in den kommenden Jahren noch auf etwa 40 Prozent steigen“, so Schramm. Umso wichtiger sei es, schon jetzt auf die Lebensumstände und Wünsche der älteren Generation zu reagieren. „Die Senioren werden nicht nur immer mehr, sondern auch immer älter“, führt Schramm aus. So lebten derzeit in Krempe schon 250 Bürger über 75 Jahre, und 79 seien bereits über 85.

Umgesetzt wird die Seniorenbefragung zu einem guten Teil aus Bundesmitteln. „Alle Antworten werden lediglich in anonymisierter Form für die Erstellung des Ergebnisberichtes verwendet“, versichert Schramm. Gewonnen werden sollen wichtige Informationen zur bürgernahen Gestaltung der „Bürger-Information-Krempermarsch” (BIK) und zur Steigerung der Attraktivität der „Gemeinden als Wohn- und Lebensort der Zukunft“. Die Themen des Fragebogens reichen von der Wohnsituation über Freizeitmöglichkeiten bis hin zur ortsnahen Versorgung mit Dienstleistern.

Parallel dazu wurden die Gemeinden unter anderem nach Handwerksbetrieben, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten befragt. Die Ergebnisse beider Umfragen sollen nach den Sommerferien der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Weil ein großes Interesse seitens der Bevölkerung erwartet wird, planen Schramm und Bucher, die Veranstaltung in die große Sporthalle zu legen. Anschließend soll bis Dezember ein konkretes Konzept für die Senioren-Anlaufstelle erarbeitet werden. Bei der Umsetzung hofft das Duo dann wiederum auf Bundes-Fördergelder.


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