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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 22:02 Uhr

Finnentag : Marsch der Erinnerung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hunderte Besucher beim historischen Umzug des Vereins für Kultur und Geschichte in Hohenlockstedt. Heute Kranzniederlegung und Empfang

von
erstellt am 28.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Die Unterkunft war unbequem, die Kost war karg und der militärische Drill hart. Doch davon konnten die ersten 19 finnischen Freiwilligen noch nichts wissen, als sie am 25. Februar 1915 vor genau 100 Jahren am Bahnhof Lockstedter Lager eintrafen. Ihr künftiger Ausbilder, Major Maximilian Beyer, begrüßte sie militärisch knapp am Bahnhof und führte sie heimlich und ohne Aufsehen ins Lager, in die Unterkünfte M1 bis M 5.

Genau diesen Weg gingen 100 Jahren später noch einmal 19 Finnen – diesmal aber im Beisein vieler Gäste aus Finnland und Deutschland und teilweise unter Musikbegleitung. Der Verein für Kultur und Geschichte Hohenlockstedt hatte den „Marsch der Erinnerung“ gestern Abend im Rahmen des Jubiläums-Finnentages initiiert und organisiert. Viele hundert Besucher säumten den Weg, als sich die als Pfadfinder getarnten Finnen auf den Weg zu ihren Unterkünften machten. Als Pfadfinder verkleidet hatten sich dabei finnische Soldaten, die als Besucher am Finnentag teilnehmen. Die Rolle des Maximilian Beyer Jürgen Schmidt vom Verein für Kultur und Geschichte übernommen.

Nach der musikalischen Einleitung durch das Gardemusikkorps der finnischen Verteidigungskräfte am ehemaligen Bahnhof ging es strammen Schrittes in Richtung Rathaus, wo vor 100 Jahren das Kommandantenhaus stand. Dort und auch an weiteren markanten Punkten erläuterten Helmar Dorka vom Verein für Geschichte auf Deutsch und Mark Aretz, Verbindungsoffizier des Bundes der Deutschen Infanterie zu Finnland, auf Finnisch einige Hintergründe. Einen Stopp legten die Umzugsteilnehmer auch an der Gaststätte „Zum kühlen Grunde“ ein. Dort befand sich vor 100 Jahren die Kantine 7, in der die Finnen, die später zum königlich-preußischen Jägerbataillon 27 gehörten, teilweise verpflegt wurden. Allerdings, so Helmar Dorka, gab es für die ausländischen Gäste „keinen Schnaps und nur dünnes Bier“. Lediglich einmal, zum 100. Geburtstag von Otto von Bismarck sei 100 Liter „gutes Bier“ ausgeschenkt worden.

Gestern dagegen konnten sich die Marschteilnehmer - und auch die 19 jungen Finnen – im M 1 bei Suppe, Wurst und Getränken von den Marsch-Strapazen erholen. Für die musikalische Begleitung des Marsches sorgten neben dem Gardemusikkorps auch der b-Team-Bläserkreis und der Hohenlockstedter Musikzug.

Heute wird der Finnentag fortgesetzt. Um 10 Uhr ist ein deutsch-finnischer Gottesdienst geplant, ab 14 Uhr beginnt im Ehrenhain die Kranzniederlegung, danach folgten Kaffeetrinken und Empfang der Gemeinde.

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