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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 09:17 Uhr

Verkehr : Marode Straße: Sperrung wäre fatal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kommunalpolitiker sind in Sorge, dass Brunsbüttel bald vom Verkehr abgeschnitten ist. Umlandgemeinden nehmen Land ebenfalls in die Pflicht.

Während nebenan der Verkehr über die L138 zwischen St. Michaelisdonn und Brunsbüttel rumpelt, zückt Jens Magnussen den Zollstock: 15 Zentimeter tief ist die große Lunke in der Fahrbahn der Landesstraße, dem Hauptzubringer neben der B5 ins Brunsbütteler Industriegebiet. Es ist nur eine von vielen Vertiefungen in der maroden Trasse, die inzwischen dazu geführt haben, dass das Tempo bis Eddelak stellenweise auf 30 Stundenkilometer begrenzt wurde. „Noch weniger“, sagt Magnussen, „geht nicht. Dann kommt die Vollsperrung.“

Pendler, aber auch Speditionen nutzen die Landesstraße. Und viele haben schon eine Alternativroute gefunden: Sie fahren über Averlak. Erfreut ist man in der Brunsbütteler Nachbargemeinde nicht. Denn die Hauptstraße, die 2,7 Kilometer weit durchs Dorf führt, ist schon kaputt, gehört ebenfalls dem Land – und ist für Schwerverkehr nicht ausgelegt. Bürgermeister Heino Rossmann fürchtet jetzt schon den Beginn des Schleusenbaus in Brunsbüttel. Dann werden täglich Lkw-Kolonnen aus den Kiesgruben in Kuden und Buchholz durch die kleine Kanalgemeinde rollen. Die Hauptstraße dürfte am Ende völlig kaputt sein und auch der Gehweg. Denn den nutzen Lkw-Fahrer gerne, um im Begegnungsverkehr mit anderen Lastern ausweichen zu können, sagt Rossmann. Der neue, 300 000 Euro teure Gehweg bleibt ein Traum.

Zwei Straßen, ein Problem: Das Land habe jahrelang allenfalls geflickt, statt die Straßen in Schuss zu halten, kritisiert neben dem Brunsbütteler CDU-Landtagsabgeordneten Magnussen auch der St. Michler Bürgermeister und Kreistagsabgeordnete Volker Nielsen (CDU). Der Kreis mache seine Hausaufgaben, der Bund ebenfalls, nur das Land verzichte auf nötige Investitionen und warte ab, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Bereits vor einem Monat hatte die Brunsbütteler CDU Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, um Infos über die erforderliche Sanierung der L138 gebeten. Die Auskunft war ernüchternd: Vor 2017 werde sich dort nichts tun.

„Diese Straße überlebt keine drei Jahre“, sagt Magnussen. Das sieht auch Joachim Rohde, SPD-Gemeindevertreter in St. Michel, so. Er warnt: „Das ist die Hauptachse für die Menschen, die in Brunsbüttels Industrie arbeiten.“ Diese Anbindung müsse funktionieren.

Darauf hat die Gemeinde St. Michaelisdonn bereits in einer Resolution ans Land verwiesen. Der von Torsten Conradt genannte Zeitplan sei „für unsere Region nicht akzeptabel“, heißt es. Die Trasse müsse „umgehend verkehrssicher“ saniert werden. Eine Sperrung wäre ein infrastruktureller Gau.

Fast schon nebensächlich wirkt der miserable Zustand der L144 zwischen Trennewurth und St. Michel. Dies, so Nielsen, sei immerhin die Route für Rettungswagen auf die Geest. Die würden dort massiv ausgebremst. Das sei unhaltbar..

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erstellt am 09.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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