Marode Gebäude: Teil-Abriss auf Alsen ?

Premiere in Itzehoe: Der Verein 'planet-alsen', hier Herbert Haase, hat mit Hilfe der Stadt Solarlaternen auf dem Gelände installiert. Weniger Zukunft haben offenbar einige Gebäude, zum Beispiel Schmiede und Schlosserei im Hintergrund. Foto: Ehrich
Premiere in Itzehoe: Der Verein "planet-alsen", hier Herbert Haase, hat mit Hilfe der Stadt Solarlaternen auf dem Gelände installiert. Weniger Zukunft haben offenbar einige Gebäude, zum Beispiel Schmiede und Schlosserei im Hintergrund. Foto: Ehrich

Manche Ruinen auf dem städtischen Teil des Alsen-Geländes sind gefährlich - andere laut Gutachter wohl kaum zu retten.

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16. September 2009, 10:19 Uhr

Itzehoe | "Gut, dass wir nicht Eigentümer sind." So dachte man in der Itzehoer Politik, als es in den Alsen-Ruinen vor Jahren zu Unglücken kam. Jetzt aber gehören der Stadt rund fünf Hektar an der Bahnlinie. Diverse Gebäude stehen darauf - einige sind in sehr schlechtem Zustand und obendrein eine Gefahr, wie Gutachter Michael Schröder dem Bauausschuss aufzeigte.

So bleibt aus seiner Sicht für das ehemalige Labor, aber auch für Schmiede und Schlosserei nur der Abriss. Wirtschaftlich seien sie nicht zu sanieren, so der Sachverständige. In dem langen Gebäude der früheren Schmiede und Schlosserei sieht er nur den Teil mit Aufenthaltsräumen und Kesselhaus als erhaltenswert an. Beides sei nicht ausreichend gesichert gegen unbefugtes Betreten. Gefahr auch bei den Resten des Packbodens im Deich: "Die Standfestigkeit der Decke ist nicht mehr gewährleistet."

Einen "vernünftigen Zustand" bescheinigte Schröder dem benachbarten Trafo-Haus, auch Jesus-Haus genannt. Dringend seien Dacharbeiten, wie auch beim Magazin und der Elektrowerkstatt, die der Verein "planet-alsen" nutzt. Dort müsse im gleichen Zuge Wärmedämmung eingebaut werden. Am Schornstein schließlich, der ebenso wie das Trafo-Haus unter Denkmalschutz steht, fehlen zwei von 18 Eisengurten, die das Mauerwerk halten. Wichtig sei dort auch, das innen liegende Schamottmauerwerk abzustützen.

Es sei "damals viel Schrott gekauft" worden, stellte Hans Emil Lorenz (UWI) fest. Für eine bloße Sanierung gibt es laut Bauamtsleiterin Bettina Bühse keine Mittel aus der Städtebauförderung, für eine Modernisierung schon. Ein entsprechender Antrag werde vorbereitet, im Herbst solle der Auftrag für ein Nutzungskonzept erteilt werden. Für die Politik stelle sich die Frage: "Was ist Ihnen Alsen wert?" Aber auch: Was sei wirtschaftlich?

Zunächst einmal gehe es nur um die Sicherung, sagte Ausschussvorsitzender Rainer Lutz (SPD). Auf seinen Vorschlag hin sollen im zweiten Nachtragsetat des Jahres 10 000 Euro bereit gestellt werden. Die Reste des Packbodens - er gehört nicht der Stadt - müssten gesichert werden, so Bettina Bühse. Um den Schlämmbottich, an dem einzelne Betonteile herabzufallen drohen, werde sich der Verein "planet-alsen" kümmern, sagte dessen Vertreter Setus Studt. Die Helfer des Vereins schauten im Übrigen täglich, ob die Holzplatten, mit denen Gebäude gesichert wurden, noch an Ort und Stelle seien. "Insofern sehe ich da keine akute Gefahr", zumal wegen der Ateliers bis in den Abend Menschen auf dem Gelände seien. Dennoch plädierte auch Studt für deutliche Warnhinweise: "Drei, vier Schilder sind eindeutig hilfreich."

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