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Motorradtreffen : Marmeladentöpfe auf zwei Rädern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Es wird ein internationales Treffen für alte englische Motorräder, das in Bahrenfleth stattfindet. Gäste aus Neuseeland, Schweden und Polen werden erwartet.

Egal, wo Jens Jacobs und seine Frau Regina Bölckow hinkommen – man hört sie schon, obwohl sie noch meilenweit entfernt sind. Zumindest, wenn sie auf zwei Rädern unterwegs sind. Denn die alten englischen Motorräder der beiden sind vor allem eines – ordentlich laut. Was manche als Lärm bezeichnen würden, ist für das Paar wie Musik in den Ohren. Denn das, was sich zwischen Reifen, Sattel und Lenkrad verbirgt, ist ein Stück fahrende Geschichte. Die Motorräder stammen aus der Produktion der Firmen AJS und Matchless – zwei britische Automobil- und Motorradhersteller, die sich vor allem in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg einen Namen in der Motorwelt gemacht hatten.

Jampots werden die Maschinen liebevoll genannt, was auf deutsch so viel heißt wie Marmeladentöpfe. Den Spitznamen verdanken sie den charakteristischen topfförmigen Stoßdämpfern am Heck, die man an den meisten älteren Modellen noch findet. Die Produktion wurde 1969 eingestellt, nur noch selten sind die britischen Oldtimer auf den Straßen unterwegs. Der Verein AJS & Matchless Owners Clubs hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Motorräder am Leben zu erhalten. Jedes Jahr zu Pfingsten treffen sich die Mitglieder an einem anderen Ort in Europa, um ein ganzes Wochenende lang gemeinsam auf Tour zu gehen. Auch Jens Jacobs und Regine Bölckow gehören dazu. Fast jedes Jahr sind die Bahrenflether mit einem ihrer historischen Zweiräder unterwegs, um bei einer der internationalen Jampot-Rallys dabei zu sein. „Im letzten Jahr waren wir in Frankreich an der Küste, aber wir sind auch schon in Irland, Dänemark oder Polen gewesen“, erzählt Jens Jacobs. In diesem Jahr fällt die Anreise für das Paar jedoch wesentlich kürzer aus – denn als Gastgeber locken sie die Motorrad-Fans diesmal genau vor ihre Haustür: nach Bahrenfleth.

„Wir wurden schon vor einigen Jahren gefragt, ob wir das nicht mal machen wollen“, erzählt Jacobs. Doch bisher scheiterte es immer an der Organisation. 400 Motorradfahrer müssen schließlich irgendwo untergebracht werden. Als sie nach einiger Suche in einem benachbarten Gasthof im Ort eine geeignete Unterbringung gefunden hatten, stand der Plan fest. Am langen Pfingstwochenende, vom 6. bis 9. Juni, treffen sich hunderte Fans der Oldtimer im hohen Norden, um gemeinsam ein ganzes Wochenende lang Touren zu fahren und auf dem Motorrad die Gegend zu erkunden. „Am Freitag gibt es ein erstes Kennenlernen und dann werden wir rund 60 Kilometer durch Steinburg fahren und die Gegend erkunden“, so Jens Jacobs. Am Sonnabend geht es dann nach Wittenburg bei Blankenese, wo die Zweiradfahrer erst eine Schiffsrundfahrt machen und sich anschließend das Miniatur-Wunderland ansehen, bevor es am Sonntag nach Brunsbüttel an die Schleusen geht. „Dort werden wir dann im Anschluss am Segelhafen ein bisschen feiern“, verspricht Jacobs.

Fast 150 Motorrad-Fans haben sich angemeldet, darunter auch Gäste aus Neuseeland, Schweden, Dänemark, England und Polen. Zwar werden am Ende die schönsten, ältesten oder am weitesten gereisten Maschinen auch prämiert – im Vordergrund der Rallye steht jedoch der Spaßfaktor. „Wir wollen hier vor allem eine schöne Zeit zusammen verbringen“, so der gelernte Flugzeugmechaniker, der seine Liebe für die historischen Zweiräder wie folgt beschreibt: „Sie sind besonders unvernünftig – sie sind langsam und man muss viel daran arbeiten. Aber sie haben mich einfach nicht mehr losgelassen.“

 

> Infos unter www.jampot-germany.de

 

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erstellt am 23.Feb.2014 | 16:02 Uhr

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