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Ländlicher Raum : Markttreff an der Mehrzweckhalle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Gemeinde Wewelsfleth will nach Standort-Check jetzt einen Plan für die Ortsentwicklung in Auftrag geben.

Ein Edeka-Markt in der Dorfmitte ist bereits geschlossen, der zweite wird in absehbarer Zeit ebenfalls dicht machen. Die Sparkasse schließt ihre Filiale zum Jahresende. Was kommt dann? Darüber macht sich die Gemeindevertretung Wewelsfleth intensiv Gedanken. Ein Standortcheck der BBE-Handelsberatung liegt auf dem Tisch der Kommunalpolitiker und zeigt Entwicklungsmöglichkeiten auf. Nun soll als nächster Schritt ein Ortsentwicklungskonzept erstellt werden, wie der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Delf Bolten jetzt einstimmig beschlossen hat.

Weil die Landesregierung über das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume dafür Fördermittel von 75 Prozent zur Verfügung stellen wird, muss die Gemeinde nur noch einen Eigenanteil von 16  250 Euro aufbringen. Beim Landesamt wird eine Zuwendung von 48  750 Euro beantragt.

Das Ortsentwicklungskonzept soll in einem zweistufigen Verfahren entwickelt werden, teilte Olaf Prüß vom Itzehoer Planungsbüro Region Nord mit. In der ersten Stufe werde es um die Grundlagen- und Bedarfsermittlung, um die Beteiligung der Bürger bei der mittelfristigen Gesamtentwicklung des Dorfkerns und um Entwicklungsziele gehen. Hierfür werde der Honoraraufwand auf 20  000 Euro geschätzt. In der zweiten Stufe werde es dann um die konditionellen Grundlagen und die Machbarkeitsprüfung für ein Schlüsselprojekt wie zum Beispiel die Errichtung eines Neubaus für einen Markttreff gehen, was weitere 15  000 Euro kosten werde. Ein baulicher Vorentwurf zur Entscheidungsfindung werde weitere 30  000 Euro verschlingen, so dass die Gesamtkosten bei 65  000 Euro liegen werden.

Einstimmig sprach sich die Gemeindevertretung dafür aus, den Zuwendungsantrag an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume stellen. Bürgermeister Delf Bolten wurde ermächtigt, die Erstellung des Ortsentwicklungskonzeptes auszuschreiben und den Auftrag zu erteilen, sobald der Zuwendungsbescheid vorliegt. Die Gemeinde geht davon aus, dass die Maßnahme im Juli beginnen und im April nächsten Jahres fertiggestellt sein wird.

Den Ortscheck bewertete Bolten als „durchaus positiv“ und als wichtigen Vorspann für das anstehende Ortsentwicklungskonzept. Olaf Prüß sprach sich dafür aus, mit diesem Konzept und einem daraus zu entwickelnden Markttreff nicht nur auf den Lebensmittelbereich abzuzielen, sonders das gesamte gewerbliche Angebot der Störgemeinde einzubeziehen. Damit war er sich einig mit dem Gemeindevertreter Nico Hellerich.

Als Standort für einen Markttreff-Neubau haben die Planer ein Grundstück im Bereich Mehrzweckhalle/Feuerwehrgerätehaus ausgeguckt. Die zentrale Anbindung an den historischen Ortskern könnte über einen Fußweg geschaffen werden. „Neben der reinen Versorgungsfunktion soll der Markttreff nach ersten Überlegungen auch als Kommunikationsplatz und gemeindlicher Treffpunkt dienen“, heißt es im BBE-Gutachten. Es sollten verschiedene Dienstleistungen oder sonstige öffentliche Nutzungen – wie ein Seniorentreffpunkt – integriert werden. Das Kerngeschäft soll einen kleinen Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment auf einer Verkaufsfläche von 200 bis 300 Quadratmetern beinhalten.

Die Gutachter verweisen auf das überregionale Angebot der Supermärkte und Einkaufszentren in Wilster, Glückstadt und Itzehoe. Dennoch seien am Standort in Wewelsfleth positive Rahmenbedingungen vorhanden. Laut Gutachten könne das Gebäude des aktuell noch vorhandenen Dorfladens Pubanz voraussichtlich nicht zielführend nachgenutzt werden. Daher werde von der Gemeinde das Grundstück an der Mehrzweckhalle favorisiert. Wörtlich stellen die Gutachter fest: „Der Vorhabenstandort in Wewelsfleth könne perspektivisch ein gutes Dienstleistungs- und Treffangebot aufweisen. Postdienstleistungen und Annahmedienste, gegebenenfalls auch ein Geldautomat, lassen sich grundsätzlich integrieren.“ Das Urteil der Planer: „Insgesamt bestehen gute Chancen für ein multifunktionales Angebot!“ Die Umsatzzielgröße eines neuen Markttreffs bewertet das BBE-Konzept bei rund einer halben Million Euro jährlich. Bei einer Vollauslastung der Peterswerft mit bis zu 600 Werftarbeitern könnte das jährliche Umsatzziel sogar bei 700  000 Euro liegen. Der Standortscheck räumt allerdings ein, dass sich eine Refinanzierung der gemeindlichen Investition in einen Markttreff-Neubau nicht werde vollumfänglich aus den Pachteinnahmen decken lassen. Die Gutachter schließen aber auch eine „kleine Lösung“ nicht aus. Das wäre die Übernahme des Pubanz-Gebäudes durch die Gemeinde, eine totale Entkernung des Erdgeschosses, ein umfangreicher Umbau und eine erfolgreiche Suche nach einem Betreiber des neuen Dorfladens.

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