Glückstadt : Marktplatz wird umgebaut

Nicht mehr lange wird der Marktplatz so aussehen.
Nicht mehr lange wird der Marktplatz so aussehen.

Kompromiss in Stadtvertretung erzielt. Bauarbeiten für barrierefreie Fläche sollen frühestens ab August beginnen.

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17. März 2018, 08:05 Uhr

Der Marktplatz soll doch noch in diesem Jahr mit geschnittenen Großpflastersteinen ausgebaut werden. Darauf verständigten sich die Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung.

Nachdem es auf der Sitzung des Hauptausschusses im Februar zu diesem Thema sehr emotional und kontrovers zugegangen war, bemühten sich alle Politiker in der Sitzung der Stadtvertretung um einen tragfähigen Konsens. Nach sachlichen Debattenbeiträgen und wertschätzender Würdigung der Gegenargumente ist letztlich ein einstimmiger Kompromissbeschluss gefasst worden, der aus drei Punkten besteht: Die Mehrkosten von 221 000 Euro werden von der Stadtvertretung beschlossen, der Baubeginn wird auf Anfang August 2018 oder sogar ins Jahr 2019 verschoben, und der Hauptausschuss muss erneut beschließen, wenn die kalkulierten Kosten von 715 000 Euro durch die Ausschreibungsergebnisse um mehr als zehn Prozent überschritten werden.

Vorausgegangen war ein intensiver Austausch der Argumente. Manfred Lück (CDU) begründete noch einmal den Antrag seiner Fraktion, der später zur Beschlussgrundlage wurde. „Die berechneten Mehrkosten müssen von der Stadtvertretung beschlossen werden und können nicht einfach durch eine Mitteilung durchgewunken werden. Dass wir gegen die Umgestaltung sind, ist Unsinn. Wir wollen die Maßnahme nur verschieben in die Zeit, wo die Tiefbaupreise wieder sinken.“ Martin Meiners (CDU) ergänzte: „Auch wenn im Haushalt Städtebauförderungsmittel von über zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen, sind das doch Steuergelder, mit denen man nicht leichtfertig umgehen darf.“ Krafft-Erik Rohleder(CDU): „Wir stehen zur Marktplatzumgestaltung. Verschiebung heißt nicht Stillstand. Wir sollten zunächst mit den Maßnahmen außerhalb des Marktplatzes beginnen.“

Ralf Krüger (FDP) führte an, dass die FDP anfangs nicht für den Komplettneubau war, aber „wir akzeptieren die Mehrheitsentscheidung. Eine Verschiebung führt aber nicht zwangsläufig zu Kosteneinsparungen.“ Stefan Goronczy (FDP) ergänzte: „Es gibt keine planungsreifen anderen Maßnahmen, also sollten wir mit dem Marktplatz beginnen.“

Bürgermeisterin Manja Biel bekräftigte den Zeitplan: „Der Marktplatz setzt Maßstäbe. Bis Anfang April brauchen wir eine Entscheidung, um die Genehmigung beim Land einzureichen und die Ausschreibung auf den Weg zu bringen. Wenn wir bis zum Sommer keine Ergebnisse vorliegen haben, sollten wir den Umbau in das nächste Jahr verschieben.“

Siegfried Hansen (Piraten) unterstrich die Ausbaupläne: „Die finanziellen Mittel sind vorhanden, unser Jahresabschluss des Haushalts hat sogar einen Überschuss ausgewiesen. Die Preise können bei einer Verschiebung noch weiter steigen. Wir müssen verlässlich sein in unseren Beschlüssen und in unserem politischen Handeln. Mit dem gefundenen Beschluss bin ich aber sehr zufrieden.“

In die Entscheidung floss auch eine Petition der Geschäftsleute des Marktplatzes ein. Darin hatten sie darum gebeten, den Baubeginn wegen des Sommergeschäfts statt Mitte Juni auf Anfang August zu verschieben. Bauamtsleiter Lüder Busch konnte das nachvollziehen: „Die Bauzeit ist mit dreieinhalb Monaten kalkuliert. Dann kann die Umgestaltung im November noch vor dem Wintereinbruch abgeschlossen werden.“

In der Einwohnerfragestunde hatte Mirko Schuh für die Händler des Wochenmarktes seine Bedenken geäußert, während der Bauphase den Wochenmarkt auf den Multifunktionsplatz zu verlegen. „Der Platz ist zu weit vom Zentrum entfernt. Wir leben von der Laufkundschaft. Wochenmarkthändler und Geschäftsleute der Innenstadt müssen zusammenarbeiten. Für uns wäre der Hafenkopf eine ideale Alternative. Der Wochenmarkt auf dem Multifunktionsplatz geht in die Hose.“

Bürgermeisterin Manja Biel hielt dagegen: „Auf dem Multifunktionsplatz ist eine befestigte Fläche mit Parkraum, Toiletten und Stromanschluss vorhanden. Am Hafenkopf sind die Anwohner durch den Publikumsverkehr ohnehin schon stark belastet.“

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