Barrierefrei : Marktplatz wird erheblich teurer

Nicht barrierefrei: der Markplatz in Glückstadt.
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Nicht barrierefrei: der Markplatz in Glückstadt.

Die Fördergelder für die Pflasterung des Marktplatzes in Glückstadt lassen auf sich warten. Die Umgestaltung für die Barrierefreiheit soll nach dem Matjes-Fest im Juni beginnen.

shz.de von
01. Februar 2018, 05:11 Uhr

Einigkeit herrscht in der Politik darin, dass Glückstadt barrierefrei werden sollte, dass sich alle Menschen im öffentlichen Raum ungehindert bewegen können. Ein Baustein des Vorhabens ist die Umgestaltung des historischen Marktplatzes. „Wir wollen nach den Matjes-Wochen beginnen“, sagt Bauamtsleiter Lüder Busch zu der Gestaltung der neuen, ebenen Fläche. Doch bis dahin gibt es noch einiges zu klären.

Denn das Projekt Neupflasterung kann nur umgesetzt werden, wenn es Geld aus Kiel gibt. „Das Innenministerium prüft noch“, erklärt Busch. Der Bauamtsleiter ist aber zuversichtlich, dass entsprechende Städtebaufördermittel demnächst bewilligt werden.

Fest steht aber jetzt, dass die Neupflasterung des Marktplatzes erheblich teuerer wird, als ursprünglich angenommen. Noch im vergangenen Jahr wurde mit nicht ganz einer halben Million Euro gerechnet. Doch so manche Voraussetzung hat sich jetzt geändert. Nachdem die Denkmalschutzbehörde dem städtischen Vorhaben zugestimmt hatte, wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, einen Entwurf und eine Kostenberechnung zu erarbeiten. Und die Kosten liegen jetzt bei 715 000 Euro brutto, inklusive Honorarkosten. Zu den ursprünglichen Schätzungen von 461 000 Euro ist jetzt eine erhebliche Steigerung eingetreten.

Als Gründe nennt das Bauamt: In der Projektentwicklung wurde mit Kosten für großformatige Steinplatten für die neue Pflasterung gerechnet. Die untere Denkmalschutzbehörde hat aber stattdessen geschnittene und gestockte Großpflastersteine genehmigt. Hinzu kommt die besondere Verfugung der Steine.

Weil die Fachfirmen im Straßen- und Tiefbau viel zu tun haben, nehmen sie auch hohe Preise. Deshalb sei mit einer allgemeinen Preissteigerung von zirka 20 bis 30 Prozent zu rechnen.

Über die neue Entwicklung werden die Mitglieder zweier Ausschüsse informiert: im Hauptausschuss am 19. Februar und im Bauausschuss am 20. Februar jeweils ab 19 Uhr im Ratssaal. Wobei die grundsätzliche Entscheidung der Politik für die Umgestaltung bereits gefallen ist und die Gelder bereits beantragt sind.

Langfristig sollen auch weitere Straßen, Wege und Plätze barrierefrei werden. Der Umbau des Marktplatzes in diesem Jahr gilt als erster Bauabschnitt, ab 2019 sollen dann der Bereich Fleth als zweiter Bauabschnitt, dann weiter Große Kremper Straße, Hafenbereich und Jungfernstieg folgen. Dafür werden bisher Städtebaumittel von rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt muss einen Eigenanteil in Höhe von zirka 130 100 Euro zahlen. Diese Mittel werden zum Haushalt 2019 eingeworben.

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