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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 09:41 Uhr

Wirtschaft : Marktpassage: Post wird geschlossen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Tanja und Freddy Eis ziehen mit ihrem Glückstädter Büro Service in das Gewerbegebiet-Süd/ Post spricht von nahtlosem Übergang

Die bisherige Post-Partner-Filiale im Fachgeschäft des Glückstädter Büro Service (GBS) in der Marktpassage wird in einigen Monaten geschlossen. Ob sich eine neuen Anlaufstelle für Postkunden findet, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Seit im Jahr 2008 das Postamt in der Kremperstraße geschlossen wurde, bestand die Partner-Filiale beim GBS am Fleth. Die Inhaber Freddy und Tanja Eis haben sich nun entschlossen ihre Geschäfte zum 31. Januar 2015 in das Gewerbegebiet-Süd zu verlegen. „Die Post bleibt aber nach unserem Kenntnisstand in jedem Fall in der Innenstadt und voraussichtlich sogar am alten Standort“, sagt Freddy Eis. Wer neuer Post-Partner mit dem bereits jetzt vorhandenen Personal werden könnte, wissen die bisherigen Betreiber aber noch nicht.

Von Seiten der Deutschen Post gibt es zurückhaltendere Signale, was den Verbleib der Filiale angeht. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Unternehmenssprecher Martin Grundler, dass aktuell Gespräche mit möglichen Partnern geführt werden. „Wir sind bestrebt unseren Kunden möglichst einen nahtlosen Übergang zu bieten und mit neuen Partnern irgendwo in dem Bereich weiterzumachen. Wir gehen davon aus, dass wir das rechtzeitig schaffen“, so Grundler. Zu konkreten Plänen, etwa bezüglich der vorhandenen Räumlichkeiten, wollte er sich mit Hinweis auf die laufenden Gespräche aber nicht äußern. Sobald etwas vertraglich festgelegt sei, werde die Öffentlichkeit aber informiert, kündigte der Postsprecher an.

Die Aufgabe von GBS als Innenstadtgeschäft hat nach Angaben der beiden Kaufleute Freddy und Tanja Eis gleich mehrere Gründe: Zum einen kommen sie zum Jahresende problemlos aus dem Pachtvertrag heraus und zum anderen habe sich das Kaufverhalten auch in Glückstadt deutlich geändert. „Nach fünf Jahren hat uns der Zeitgeist eingeholt. Viele kaufen nicht mehr am Orte, sondern lassen sich dort nur noch beraten und bestellen dann im Internet“, sagt Freddy Eis. „Wenn eine ganze Familie den Laden stürmt, sich über eine halbe Stunde lang von unserem Personal die unterschiedlichsten Schulranzen vorführen lässt und dann sagt: Den nehmen wir, kommen aber erst nach anderen Besorgungen zum Kaufen vorbei, ist das Geschäft für uns gelaufen.“ Die bis dahin potenziellen Kunden kaufen dann vermutlich im Internet.

Auch werde „normaler“ Schulbedarf bei einem Mitbewerber gekauft. Die Eis wissen dies, weil die Kunden dann mit der Einkaufstüte kommen und bei ihnen beispielsweise den fehlenden Radiergummi kaufen. „Früher wurde die fremde Einkaufstüte vorher zumindest zum Auto gebracht“, stellt Tanja Eis fest.

Vor 27 Jahren hatte sich das Ehepaar Eis mit ihrem GBS in Glückstadt selbstständig gemacht. Das Firmendomizil war zunächst in Glückstadt-Nord. Zehn Jahre war die Flensburger Straße 2 die Bürofachmarktadresse für Firmen und Behörden. Dann wurde es dort zu eng und die Eheleute entschieden sich für einen Standortwechsel ins Gewerbegebiet. In der Straße Hinterm Hofe baute sie eine Halle, dort gab es zudem das Geschäft. Als sich in Zeiten der Didl-Maus-Manie für die Kaufleute neue Geschäftszweige auftaten, kam in der Großen Kremper Straße ein kleiner Laden mit Geschenkartikel dazu. Von den Kunden gut angenommen, wurde es auch dort zu klein für eine Sortimentserweitung und die Eis zogen in einen der Läden der Marktpassage am Fleth 19.

Als Freddy und Tanja Eis 2008 Post-Partner wurden erweiterten sie ihr Geschäft auf die gesamte Markpassage. Nicht ohne Folgen für die erfolgreichen Geschäftsleute: Die Pacht für alle fünf Läden war hoch. Zudem wurde mehr Personal – auch hinsichtlich der Post-Agentur – benötigt.

Jetzt soll mit Verlagerung der Firma zurück ins Gewerbegebiet insbesondere der Kundenbereich „Geschenkartikel“ deutlich zurückgefahren werden. „Glückstadt ist einfach zu klein für eine Produktvielfalt, die inzwischen in allen möglichen Geschäften angeboten wird“, sagt Freddy Eis. Hinzu komme: GBS sei doch nur noch das Schaufenster für das Internet. Alle Konzepte einer Innenstadt-Wiederbelebung würden vor dem Hintergrund des Internet-Shoppings sowie hoher Mieten und Personalkosten nicht mehr funktionieren. „Der Zug ist für Glückstadt längst abgefahren. Events und Freizeitgeschehen haben vielleicht noch eines Chance, nicht aber der Einzelhandel, den kaum ein Kunde von heute noch will“, ist sich Freddy Eis sicher. Deshalb sei es wichtig, die Glückstädter in der Elbestadt als Kunden zu halten anstatt alles daran zu setzen, die Hamburger nach Glückstadt zu holen.

Wenn GBS zu Jahresbeginn mit drei Mitarbeitern umzieht, wird es im Gewerbegebiet unter der Anschrift Hinterm Hofe nicht nur einen Bürofachhandel mit Preisen auf Outlet-Niveau geben. „Die bisher am stärksten frequentierten Kundenwünsche werden weiterhin gebündelt bedient“, verspricht das Unternehmer-Ehepaar.

Unklar ist die Frage ist auch, was aus den fünf Einzelläden in der Marktpassage wird, die jetzt von Ehepaar Eis gemietet sind. Lange herrschte dort vor Einzug der Firma GBS bis auf einige Fläche Leerstand.

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