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Norddeutsche Rundschau

22. November 2017 | 22:56 Uhr

Heimatgeschichte : Marine zu Gast im Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausstellung zur Glückstädter Militärgeschichte im Detlefsen-Museum. Soldaten beköstigen Gäste zur Eröffnung am 3. September.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2017 | 05:35 Uhr

Wenn der Papa vom Einsatz wiederkam, verteilte er „Panzerkekse“. Ralf Zielinski kann sich gut erinnern an die Zeit, als sein Vater Soldat war. „Überlebensration“ hieß das Paket, dass die Soldaten bei Übungen mitbekamen. Auch ein Topf und ein Kocher waren dabei. Was alles dazu gehörte und vieles anderes, wird in der Ausstellung „Die Geschichte der Marine in Glückstadt – 1936 bis 2004“ gezeigt. Sie wird am Sonntag, 3. September, um 11.30 Uhr im Detlefsen-Museum eröffnet. Die Einführung halten Ralf Zielinski und Museumsleiter Christian Boldt.

Glückstadt ist geprägt als Garnisonsstadt. Viele Soldaten lebten und leben noch immer hier. Einer von ihnen ist Ralf Zielinski (53). Der Fregattenkapitän – tätig ist er in Plön – ist von der Marine gebeten worden, die Ausstellung im Detlefsen-Museum zu gestalten. Mit dabei sind an diesem Tag auch Soldaten des Seebataillons Eckernförde, die sich im Haus und im Museumsgarten präsentieren. Die Soldaten sorgen mit Gulasch- und Erbensuppe auch für die Verpflegung.

Der Kommandeur des Seebataillons, Björn Arne Krüger, war es, der Ralf Zielinksi bat, den Part der Marine in der Ausstellung zu übernehmen. Denn der Glückstädter hatte im Frühjahr sein Buch über die Marinekaserne herausgebracht (wir berichteten). Gemeinsam mit Museumsleiter Christian Boldt erarbeitete Zielinski die Präsentation zu dem Thema, welches Glückstadt prägte. Gezeigt werden unter anderem Bilder vom Bau der Kaserne am Neuendeich und von der Nachkriegszeit bis 2004. Zudem Exponate. „Es ist ein Rundgang durch die Geschichte“, sagt Zieliniski. Zu sehen sind zum Beispiel Dachpfannen und Fliesen aus der Bauzeit. Aber auch Einladungskarten und Urkunden sowie alte Zeitungsausschnitte. „Wie wurde die Ausbildung gemacht, was gab es zu essen und was haben die Soldaten angezogen“, nennt Zielinski weitere Beispiele.

Zum einen wird im neuen Ausstellungsraum präsentiert, zum anderem im Nebenraum. Dort, wo Glückstadt im Museum als Festungsstadt präsentiert wird. „Ralf Zielinski ist ein Fachmann“, sagt Museumsleiter Christian Boldt. „Er weiß alles, er füllt die Ausstellung mit Leben.“ Boldt weist darauf hin, dass Glückstadt als alte Garnisionsstadt eine lange Tradition hat – „mit einem Kriegshafen“. Über die ältere Geschichte gab es viel, über die neuere wenige. Diese Lücke hat Zielinski mit seinem Buch geschlossen. „Es gab Anrufe aus ganz Deutschland“, sagt Boldt zu dem großen Interesse an der neueren Geschichte der Marine in Glückstadt.

Mittlerweile gebe es so viel Material, dass es einen zweiten Buchband geben könnte. „Die Bauarbeiten der Kaserne begannen am 1. Dezember 1935 und am 1. Juli 1936 zogen die ersten Truppenteile in ihre neue Garnison ein. Zur Kasernenanlage gehörten unter anderem die Kompanieblöcke, Sportanlagen und Schießstände. Ferner wurden neben der eigentlichen Kasernenanlage noch weitere Anlagen wie ein Lazarett, ein Bootshafen und ein Übungsgelände benötigt. Die Bauweise entsprach dem Heimatschutzstil der Zeit und war schlicht gehalten Die einzelnen Blöcke erhielten als regionale Ergänzung in ihrem Mittelteil je drei spitze Giebel. Dadurch ähnelte die Optik den Bauwerken aus der Frühzeit Glückstadts und ordnete sich so im Gesamtbild der Stadt ein“, erklärt Boldt. „Nach dem Krieg diente die Anlage zunächst der britischen Armee als Quartier.“ Untergebracht wurden dort auch ehemalige Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, sogenannte „Displaced Persons“. Von 1951 bis 1956 zog der Bundesgrenzschutz ein. „Im September 1956 rückten dann zwei Kompanien der Bundeswehr zum Dienst in die Kaserne ein.“ Die Marine sei sehr kooperativ gewesen in Bezug auf die Ausstellung. „Die Marine ist Glückstadt immer noch sehr verbunden.“

Christian Boldt geht davon aus, dass zahlreiche Besucher kommen werden. „Viele haben sehr persönliche positive Erinnerungen an die Zeit bei der Marine in Glückstadt.“ Das zeige auch ein Gästebuch im Internet, wo es zu Glückstadt Kommentare gibt. „Viele Soldaten sind auch hier geblieben und haben geheiratet.“

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen Museum, Marine und der Stadt Glückstadt, die einen Teil der kosten trägt im Rahmen der 400-Jahr-Feier der Stadt.

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