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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 16:02 Uhr

„Man muss nur den ersten Schritt machen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eggert Eicke nimmt Zuhörer beim Verein Leselust mit auf den Jakobsweg

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 16:55 Uhr

„Es ist einfach faszinierend. Ich könnte morgen wieder losgehen!“ – Trotz zwischenzeitlichen Starkregens und Nebels ist Eggert Eicke von der Pilgerwanderung entlang des Jakobswegs ausgesprochen begeistert. Schon vor zwei Jahren, als er auf Einladung von Leselust und Stadtbücherei über die erste Wanderetappe 2013 etwa 470 Kilometer vom französischen St. Jean Pied de Port zum spanischen Leon berichtet hatte, war der Funke auf die Zuschauer übergesprungen. Und auch Fotos und der Bericht über die zweite Etappe 2015 von Leon nach Santiago de Compostella sowie weiter über Finisterre nach Muxia verfehlten ihre Wirkung nicht.

So „total interessant und mit angeregter Diskussion“, wie Leselust-Vorsitzende Birgit Böhnisch an den ersten Vortrag im Alten Rathaus erinnerte, gestaltete sich nun auch der zweite in der Mensa der Gemeinschaftsschule Wilster. Etwa 70 Zuhörer fanden sich ein und erlebten zwei kurzweilige Stunden.

Vom 20. April bis zum 9. Mai vergangenen Jahres hatte sich Eggert Eicke gemeinsam mit seiner Tochter Annkristin und seinem Bruder Hans erneut auf den Jakobsweg begeben. Im Vorwege räumte der Schenefelder ein, keine Profibilder bieten zu können. Doch die Motive, die der Referent auswählte, ließ dies das Publikum gar nicht als störend empfinden. Wie im Anschluss die Leiterin der Stadtbücherei, Karin Labendowicz, betonte, kam es auf die Aussagekraft der Fotos an. Und die beeindruckte, wie auch die Besucher mit starkem Applaus unterstrichen.

Eggert Eicke knüpfte bildlich an die erste Wegstrecke an, die in Leon endete. „Ich wäre damals eigentlich schon gerne weitergegangen“, merkte er an und betonte, wie sehr er von der Natur und von den Menschen, die auf dem Weg gehen, begeistert sei. Die zweite Etappe ab Leon war kürzer als die erste – „nur“ rund 430 Kilometer. 16 Tagesetappen von durchschnittlich 27 Kilometern liefen die Eickes Richtung Santiago die Compostella, mal durch Regen und Matsch, mal in dichtem Nebel, aber auch bei Sonnenschein. Trotzdem: Wer auf dem Jakobsweg wandere, erlebe so intensiv die Natur, dass die Witterungsverhältnisse gar nicht so stark ins Gewicht fielen. Dazu das Zusammentreffen mit Menschen unzähliger Nationen – das sei bewegend. Irgendwann finde man auf diesem Weg auch zu sich selbst, gewinne innere Ruhe.

Einzig enttäuschend sei es gewesen, in Santiago de Compostella im strömenden Regen einzutreffen. Wo sich sonst die Pilger auf dem Platz vor der Kathedrale nach kilometerweiter Wanderung versammeln, herrschte eher Leere.

Dafür entschädigte der Pilgergottesdienst am darauf folgenden – sonnigen – Tag. Einmal im Monat wird im Gottesdienst der Weihrauchkessel durch die Kathedrale geschwungen, gerade an dem Tag als Eickes dort waren. Ein letzter Etappenteil folgte anschließend noch: über Finisterre nach Muxia. Dort, am für die Pilger im Mittelalter erreichten „Ende der Welt“, wurden die Wanderer mit einem Blick über das unendlich weit scheinende Meer belohnt. Und das vermittelte in dem Vortrag Eggert Eickes ein gewisses Maß an Fernweh.

Eggert Eicke riet allen, die Lust auf die Wanderung entlang des Jakobswegs verspürten, keine Scheu zu haben. „Man muss nur den ersten Schritt machen.“  

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