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Mensch des Jahres : „Man muss im Leben mal eine gute Tat vollbringen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unsere Kandidatin: Ingrid Körner (77) aus Kremperheide strickt Mützen, Schals und Socken für todkranke Kinder.

von
erstellt am 06.Dez.2016 | 05:08 Uhr

„Die Freude, die wir geben, kommt ins eigene Herz zurück.“ Nach dieser Devise lebt die 77-jährige Rentnerin Ingrid Körner aus Kremperheide auf besondere Weise. In fast jeder freien Minute strickt sie Schals, Mützen und Strümpfe für todkranke Kinder und Jugendliche im Hospiz Sternenbrücke. Im September oder Oktober werden die Taschen gepackt, dann bringt Ingrid Körner die wärmenden Stricksachen persönlich nach Hamburg. Sie schenkt damit Familien ein Stück Freude auf dem schwersten aller Wege – und das ist für unsere Redaktion ein Grund, unseren Lesern Ingrid Körner als Mensch des Jahres 2016 vorzuschlagen. Jede Stimme zählt, abgegeben entweder mit Stimmzettel (siehe rechts), telefonisch unter 01375/80401791-15 oder per SMS: shz vote 15.

Durch Zufall hat Ingrid Körner Kontakt zur Sternenbrücke gefunden. Ihre Schwiegertochter wurde angesprochen, ob sie nicht jemanden wüsste, der für die Kinder und Jugendliche in der Sternenbrücke wärmende Accessoires stricken würde. Natürlich wusste sie jemanden: Sie fragte ihre Schwiegermutter, und Ingrid Körner sagte sofort zu. „Meine Mutter war sehr fromm. Sie hat mir immer gesagt, dass man im Leben mal eine gute Tat vollbringen muss“, erzählt Ingrid Körner über ihre Motivation, umgehend damit zu beginnen, Mützen, Schals und Strümpfe zu stricken – unterstützt von einer Freundin und ihrem Häkelbüdelclub in Münsterdorf. Seit 2013 kauft sie dafür zahllose Wollknäule, daraus entstehen im Jahr 20 Paar Strümpfe, 20 Mützen und sieben Schals. Es gibt auch Wunschanfertigungen – so wie im vergangenen Jahr die Strümpfe und Schals für etwa 18-jährige Jungs, „damit die sich auch mal auf der Terrasse treffen können“. Wärmendes hat Ingrid Körner auch schon einmal für Frühchen angefertigt. „Was möglich ist, machen wir möglich“, sagt sie. Das macht sie glücklich, denn die Begeisterung ist groß. Kinder lieben die Wollsachen – und manche wollen sie auch tragen, wenn sie im Sarg liegen. Oder Familien behalten Mütze, Schal oder Strümpfe als Andenken. Das berührt Ingrid Körner sehr. Und es motiviert sie, weiterzumachen. Sie würde sich auch gerne mehr Mitstreiterinnen wünschen. Dabei müsse es nicht das gleiche Engagement sein. „Es gibt viele alte Frauen, die rumsitzen und darüber klagen, dass sie kaum etwas zu tun haben. Dabei gibt es doch so viele Möglichkeiten, sich für einen guten Zweck einzusetzen. “ Sie wünscht sich, dass ihr Beispiel Ansporn für andere ist, sich ehrenamtlich für eine Sache einzubringen.

 

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