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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 03:27 Uhr

Maikundgebung im Zeichen der Solidarität

vom

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Itzehoe | "Das ist kein guter Erster Mai in Europa und kein guter Kampftag für die Gewerkschaften", stellte Volker Blaschke heraus, als er gestern zahlreiche Kundgebungsteilnehmer auf dem Berliner Platz begrüßte. Der DGB-Vorsitzende für den Kreis Steinburg begründete seine Kritik an herrschenden Verhältnissen: Hunger, Armut, soziale Ausgrenzung oder Obdachlosigkeit drohe, auch Kerneuropa zu erreichen.

Hauptredner bei den DGB-Feierlichkeiten in der Kreisstadt war Ralf Erkens. Der Bezirksleiter der IG Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE) befasste sich unter anderem mit der Situation der Beschäftigten der Firma Prinovis und stellte die fatalen Folgen nicht allein für 1300 Arbeitnehmer heraus: "Wir alle kennen die Formel, dass an einem Job in der Industrie zwei weitere in Wirtschaft und Verwaltung hängen. So wird das wahre Ausmaß der Katastrophe deutlich. 1300 wegfallende Jobs entsprechen indirekt 3900 Arbeitsplätzen."

Scharf wandte sich Ralf Erkens an die Eigentümer von Prinovis: Bertelsmann und Springer hätten zu erklären, wie sie die Schließung betreiben wollen, "ohne am Ende verbrannte Erde zu hinterlassen". Es könne nicht nur darum gehen, Sozialpläne abzuarbeiten, die Fabrik einzureißen und dann nach Hause zu gehen. "Das ist nicht unser Bild von sozialer Verantwortung und sozialer Partnerschaft in der Wirtschaft." In dieser Form solle es nicht zugelassen werden: "Wir kämpfen für die Zukunft unserer Region und für die Menschen, die hier gerne leben und arbeiten." Soziale Verantwortung für die Region forderte auch Torben Mey, stellvertretender Prinovis-Betriebsratsvorsitzender, von den Gesellschaftern des Prinovis-Werks, Betelsmann und Springer, ein. Er kritisierte dabei den Versuch des "Minderheitsgesellschafters Axel Springer", sich der Verantwortung zu entziehen und sich nicht an den Abwicklungskosten zu beteiligen: "Das ist nicht nur schäbig, sondern in höchstem Maße unsozial."

Begonnen hatten die Feierlichkeiten des DGB mit der traditionellen Kranzniederlegung am Mahnmal. Uwe Barkmann (IG BCE) erinnerte an die Zerschlagung der freien deutschen Gewerkschaftsbewegung durch die Nationalsozialisten unmittelbar nach dem Maifeiertag von 1933. Betroffen gewesen sei auch Itzehoe: "In der Heinrichstraße wurden das Gewerkschaftshaus und alle Vermögenswerte beschlagnahmt." Kurz zuvor war der braune Terror bereits an anderer Stelle zu spüren gewesen: "Im März fanden in Lägerdorf Verhaftungen statt, und das Dorf wurde regelrecht umstellt und durchsucht." Uwe Barkmann appellierte an die Pflicht eines jeden, sich gegen rechtsextremes Denken und Handeln zu wenden und gegen Rassismus und Intoleranz aufzustehen.

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