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Junge Verlegerinnen : Mädchen gründen Buchstabenverlag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Buchprojekt der besonderen Art: Vier Grundschülerinnen hoffen auf viele Geschichten von Schulkameraden aus Wewelsfleth und St. Margarethen. Die wollen sie dann selbst veröffentlichen.

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erstellt am 09.Okt.2013 | 12:15 Uhr

Sie lieben Geschichten und sie haben sich für ein besonderes Projekt an ihrer Grundschule zusammengetan: Lea Sophie Cybula (8), Chantal otto (8), Johanna Marschall (6) und Rosa-Marie Hellerich (7) sind Verlegerinnen. Wahrscheinlich die jüngsten Verlegerinnen landesweit, vielleicht sogar bundesweit. Bei der Feststellung lächeln die vier Mädchen und erzählen von ihrem gemeinsamen Vorhaben, ein Buch zu gestalten, es drucken zu lassen und auf den Markt zu bringen. Noch stehen sie am Anfang ihres Projekts, an dem sie an jedem zweiten Freitag in den Büchereiräumen in der Grundschule arbeiten. Sie schreiben selbst und sie suchen Geschichten, „alle möglichen Geschichten von Kindern“, wie Lea Sophie erzählt, und Sponsoren.

„Ich bin sehr beeindruckt, wie fleißig die Kinder hier schreiben und was sie in den jungen Jahren schon zu Papier bringen können“, betont Ursula Preuß-Köhler, Leiterin der Grundschule Wilstermarsch. Überhaupt ist sie begeistert von den AGs am Schulstandort Wewelsfelth, von denen viele nur durch das Engagement Ehrenamtlicher möglich sind. Eben auch die Verlags-AG, die von einer Mutter geleitet wird. Anja Marschall, selbst Autorin und Velegerin, leitet das Projekt, greift unterstützend ein, wo ihre Hilfe nötig wird.

Den Namen ihres Verlages haben die Mädchen selbst gefunden: Sie entschieden sich am ersten Projekttag für „Buchstabenverlag“. Dann ging es zunächst einmal daran, einen Probeblock zu zu fertigen. Aus einem kleinen Notizblock gestalteten sie selber ein Büchlein. „Wir haben uns damit beschäftigt, wer an einem Buch mitarbeitet – Schriftsteller, Verleger, Drucker – und wie ein Buch zusammengeheftet wird“, erzählt Anja Marschall. Beim zweiten Treffen ging es dann daran, ein Plakat zu entwerfen, „damit wir Geschichten zusammenbekommen“, so Chantal. Mit dem werben sie für ihr Buch, rufen ihre Mitschüler, aber auch weitere Schulkinder (auch von weiterführenden Schulen) aus Wewelsfleth und aus dem Schulstandort St. Margarethen dazu auf, Geschichten zu schreiben und einzureichen. Die ersten zwei Geschichten trafen fast umgehend ein: eine Hunde- und eine Katzengeschichte. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, auch die Verlegerinnen selbst greifen zu Stift und Papier, um Geschichten zu schreiben. Lea Sophie verfasst eine Detektivgeschichte mit Einhorn und Pferd, bei Chantal dreht sich alles um ein kleines Einhorn. „Die Fee“ ist Titel der Geschichte von Rosa-Marie, Johanna befasst sich mit Elfen – und schreibt dabei über ein „Oberuntertüt“. Insgesamt hoffen die jungen Verlegerinnen auf etwa 15 eingesandte Manuskripte mit den Geschichten von Kindern für Kinder auf bis zu fünf Seiten in DIN A4. Und sie sollten möglichst mit einer Zeichnung (schwarz-weiß) versehen sein. Denn das Buch soll auch illustriert werden. Das Cover gestaltet übrigens Kinderbuchillustratorin Julia Reyelt aus Glückstadt. Sehr zur Freude der Mädchen, nachdem ihnen Julia Reyelt mit einer Postkarte schon einmal eine Kostprobe ihres Könnens gegeben hatte. Abgegeben werden sollten die Geschichten bis zum 1. November entweder in den Sekretariaten der Grundschule Wilstermarsch in Wewelsfleth und St. Margarethen oder sie können auch an info@anja-marschall.de geschicht werden. Die Autoren sollten Name, Alter, Wohnort und Telefonnummer angeben. Und: Sie stellen ihre Geschichten für das Buch honorarfrei zur Verfügung.

Wichtig wird es jetzt sein, Sponsoren zu finden. „Wir brauchen Geld, denn wir müssen ja den Drucker bezahlen“, erklären die Verlegerinnen. Das Buch soll zunächst in einer Auflage von 100 Stück erscheinen, wer das finanziell unterstützen möchte, wende sich an Anja Marschall, 04829/901104. Denn das Buch soll richtig in den Handel gehen und auch in der Bücherei ausgeliehen werden können. Der Erlös aus dem Verkauf soll dann in den Buchtag fließen. Dazu wollen die Verlegerinnen dann einen Kinderbuchautor in die Wewelsflether Schule einladen, der dann eine Kinderlesung hält. Und natürlich wird auch das Buch des Buchstabenverlages öffentlich vorgestellt, wenn es erschienen ist. Dann soll es im Alfred Döblin-Haus präsentiert werden. Das wird voraussichtlich zum Ende des Schuljahres soweit sein.

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