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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 23:16 Uhr

theater : Lug, Betrug und lustige Liebeleien

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstädter Speeldeel begeistert Publikum im Kulturmärz mit plattdeutschem Stück „Wer nich bedrüggt, de ward bedragen“

„In Deutschland gibt es soviele Gesetze, dass sie sich gegenseitig aufheben!“ Davon ist Kleinbetrüger Manfred Goldberger überzeugt und mit seinem Freund und Helfer Hugo Zerwitzke weiß er geschickt jede von ihm entdeckte Gesetzeslücke zu nutzen. Im zweiten Stück der 93sten Spielzeit der Glückstädter Speeldeel brillierte Axel Leeck in der Rolle des Manfred Goldberger. Hinterlistig, aber immer charmant, überlistet er Versicherungen, sahnt bei verschiedenen Ämtern Zuschüsse ab und betrügt die Rentenkasse. „Wer nich bedrüggt, de ward bedragen“ ist seine Devise und so ist auch der Titel des niederdeutschen Stückes von Marion Balbach.

So schummelt sich Manfred Goldberger durchs Leben. Zum Verhängnis wird ihm aber schließlich seine Liebe zum weiblichen Geschlecht. Im Terminkalender wird das Liebesleben exakt geplant, bis eine seiner Geliebten, Beatrix Niemann (Johanna Schippmann) ihm auf die Schliche kommt. Gemeinsam mit seiner Haushälterin Amanda Murrmann (Heike Schütt), die Goldberger um Haus und Hof betrogen hat, plant Beatrix Rache an dem betrügerischen Duo. Zur Seite stehen ihnen dabei Clemens Unterdörfel (Franz Bockhorn), der als Landstreicher unverhofft ins Geschäft platzt und Urlauberin Franka Romanski (Britta Köllner), der der ganze Hof von Anfang an nicht ganz „sauber“ vorkommt.

Es beginnt ein groß angelegter Rachefeldzug, der Manfred und Hugo ganz schön ins Schwitzen bringt. Mit großem Aufwand und allerlei Ausreden versuchen die Beiden nun, ihre ungereimten Geschichten ins rechte Licht zu rücken. Manfred schreckt dabei nicht einmal davor zurück, seinen Kumpel Hugo in Frauenkleidung zu stecken, damit dieser in die Rolle der Amanda Murrmann schlüpfen kann, um ihn zu entlasten. Als Hugo Zerwitzke brachte Speeldeel-Urgestein Rolf Sievers, erst recht in Frauenkleidung, das Publikum ein ums andere Mal zum Lachen, spontaner Zwischenapplaus eingeschlossen. Es war schon ein drolliges Bild, wie der gestandene Schauspieler Rolf Sievers von Axel Leeck auf der Bühne mehr schlecht als recht in ein „Frauenzimmer“ verwandelt wurde.

Speeldeel-Leiter und Regisseur Karl-Heinz Jopp, konnte zu Recht stolz auf sein Ensemble sein, das auch dieses Stück wieder zu einem komödiantischen Höhepunkt für die Zuschauer im Theater am Neuendeich machte. Wer neugierig ist, ob und wie das Betrügerduo dem Schlamassel entkommt und ob am Ende schließlich doch noch alles gut ausgeht, der kann das in weiteren Aufführungen der Speeldeel am 7., 14. und 23. März jeweils um 20 Uhr im Theater am Neuendeich erfahren. Am 23. März ist zusätzlich um 16 Uhr eine Seniorenvorstellung geplant.

 

 

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erstellt am 25.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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