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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 01:36 Uhr

Flugschein : Luftsportverein weiter im Aufwind

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

ILV bietet zwei unterschiedliche Pilotenschein-Ausbildungen an. Mitgliederzahlen sind leicht gestiegen - aber die Frauen fehlen.

„Erfüllen Sie sich Ihren Traum ... und lernen Sie bei uns fliegen“. Mit dieser Banner-Aufschrift wirbt der Itzehoer Luftsportverein (ILV) im Eingangsbereich des Flugplatzes Hungriger Wolf. Neun Flugschüler erfüllten sich diesen Traum im vergangenen Jahr – alle schafften problemlos Theorie und Praxis, betont Bernhard Rösler. Der ILV-Chef will die Pilotenausbildung, die vor einigen Jahren erfolgreich umgestellt wurde, auch in diesem Jahr weiter anbieten. Das Besondere: In Hohenlockstedt können sich Anfänger sowohl für den Privatpilotenschein PPL-A (für viersitzige Flugzeuge bis maximal zwei Tonnen) als auch für die nicht so umfangreiche Ausbildung als Luftsportgeräteführer (zweisitzige, Ultraleichtflieger) anmelden. „Das ist einmalig in Schleswig-Holstein.“

Stolz ist Rösler auf das kürzlich neu eingeführte Ausbildungskonzept, das sich sehr bewährt habe. Der ILV arbeitet mit der Husumer Flugschule zusammen, die ihren Flugschülern einen interaktiven Theorieunterricht von Zuhause aus anbietet. Vorteil: der Unterricht wird individuell gestaltet, es gibt keine festen Zeiten. Auch in der Praxis wird so verfahren, „wir haben auch werktags Fluglehrer parat“, sagt Rösler. Die Lehrer stünden selbstverständlich auch bei Theoriefragen zur Verfügung. Die Schulungen dauerten zwischen acht und zwölf Monaten, dann habe man seinen Pilotenschein. Und als nicht kommerzieller Verein könne der ILV auch günstig sein, die Kosten beliefen sich beim PPL-A-Schein auf zirka 9000 Euro, der Ultraleichfliegerschein koste gut die Hälfte. Und wer sich noch nicht ganz sicher ist, ob Fliegen das Richtige ist, für denjenigen bietet der LIV ein fünfstündiges Schnupperfliegen für 630 Euro (Ultraleicht 420 Euro) an. Dies wird angerechnet, wenn der Schüler dabei bleibt. „Und das war bisher immer so“, freut sich Rösler. Auf einen Termin müssen Interessierte nicht warten, „die Ausbildung kann jederzeit begonnen werden“.

Wer die Ausbildung absolviert hat, kann beim ILV Maschinen chartern. Zur Verfügung stehen zwei viersitzige Cessna 172 und die Breezer, ein wendiges und schnelles Ultraleichtflugzeug. „In 45 Minuten nach Sylt, dort drei Stunden das Strandleben genießen und in nur 45 Minuten wieder zurück zum Flugplatz Hungriger Wolf – dies ist dann möglich“, wirbt der ILV-Vorsitzende.

Ein weiterer Standortvorteil: Für Flugzeuge von Vereinsmitgliedern gibt es genügend Unterstellmöglichkeiten, zurzeit stehen 84 Flugzeuge auf dem Platz. Für notwendige Reparaturen oder vorgeschriebene Checks gibt es darüber hinaus eine Werft auf dem Gelände.

All dies hat dazu geführt, dass der Verein in der Vergangenheit seine Mitgliederzahl leicht steigern konnte – auf jetzt 164. Allerdings sind es fast nur männliche Mitglieder. „Von den 120 aktiven Piloten sind nur sechs weiblich“, bedauert der Vorsitzende. Warum sich nur so wenige Frauen in die Luft trauen, kann Rösler nicht beantworten. Nach seinen Erfahrungen schnitten diese bei den Prüfungen nämlich immer besonders gut ab. Insofern würde er sich mehr Frauen im Verein wünschen – auch als Flugschülerinnen.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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