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Blindenschrift : Louis Braille lässt Blinde lesen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 03.Jan.2016 | 16:30 Uhr

Louis Braille (1809 bis 1852 in Paris) war erst drei Jahre alt, als er sich in der Werkstatt seines Vaters mit einem Messer am Auge so schwer verletzte, dass sich beide Augen entzündeten und er erblindete. Er haderte nicht mit seinem Schicksal, sondern tüftelte an einer Möglichkeit, die es auch Blinden ermöglichen sollte zu lesen und zu schreiben. Mit gerade einmal 16 Jahren schuf er ein Sechs-Punkt-System, das die Buchstaben durch kleine Erhebungen auf Karton darstellt. Das Konzept beruhte auf dem Schriftsystem des französischen Hauptmanns Charles Barbier, das aber mit zwölf Punkten zu kompliziert war. Sechs Punkte, drei in der Höhe mal zwei Punkte in der Breite, bilden das Raster für die insgesamt 64 Punkte-Kombinationen der Braille-Schrift. In der Basisschrift schreibt man jeden Buchstaben einzeln. In der Vollschrift gibt es zusätzliche Zeichen für gewisse Lautgruppen wie „sch“ und „ei“. In der Kurzschrift werden viele verschiedene Methoden verwendet, um Wörter kürzer zu schreiben. Ein Punkt kann nur für einen Buchstaben, aber auch für ein ganzes Wort stehen. Ob ein Punkt nun „a“ oder „1“ bedeutet, muss der Braille-Leser aus dem Kontext erschließen. Die Punkte-Schrift wird auch für andere Sprachen wie Französisch und Russisch, für andere Schriftsysteme wie dem Chinesischen und für Musiknoten, Mathematik, Strickmuster und Chemie verwendet.

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