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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 22:14 Uhr

Lotsen fordern Verlässlichkeit am Kanal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 05:00 Uhr

Ein prägendes Thema in der Jahresversammlung der Lotsenbrüderschaft NOK I war die Situation an der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt.

Ältermann Kapitän Michael Hartmann erinnerte in seinem Jahresbericht an den Totalausfall der Schleusen vor fast genau einem Jahr, an Streiks und insgesamt 20 Tagen Kanal-Sperrung. „Im April soll die Ausschreibung für die 5. Schleusenkammer vergeben werden, wir sind gespannt.“ Nach neuesten Meldungen sollen bis zur Fertigstellung der geplanten Bauarbeiten noch zehn Jahre vergehen. Und vor allem wird das Porjekt mit einer Kostensteigerung von 100 Millionen Euro belastet (wir berichteten).

„Das dauert mir alles zu lange, uns bricht in der Zwischenzeit die Infrastruktur weg“, warnte Michael Hartmann und gab sich gewohnt kämpferisch: „Steter Tropfen höhlt den Stein und wir sind hartnäckig.“ Den Brunsbütteler Kanallotsen liege der NOK am Herzen. „Wir erwarten und brauchen, dass jetzt gehandelt wird. Wenn heute Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Schleusen besucht, erwartet Hartmann klare Zusagen: „Wir fordern eine verlässliche Kanalpassage für unsere Kunden. 20 Stunden Wartezeit sind unzumutbar.“ Die größten Sorgen lägen hinter der Lotsenbrüderschaft, denn „ab Mai sollen die beiden großen Schleusenkammern wieder funktionsfähig sein“.

Die Nerven hätten auf beiden Seiten blank gelegen, betonte die Leiterin des Brunsbütteler Wasser- und Schifffahrtsamts, Gesa Völkl. Die vorbereitenden Maßnahmen für die Notreparatur seien abgeschlossen, das Finanzvolumen liege bei zirka 30 Millionen Euro. Zum heutigen Besuch des verantwortlichen Ministers sagte sie: „Dobrindt ist der 3. Verkehrsminister, den ich hier sehe.“

„Wir stehen hinter Ihnen“, sagte Stefan Mohrdieck zum Dauerthema NOK. Die Stadt Brunsbüttel lebe mit den Schleusen in einer Symbiose, betonte der Bürgermeister, aber „in Deutschland dauert das Planen länger als das Bauen“. Kapitän Hans-Hermann Lückert, Vorsitzender der Bundeslotsenkammer, erklärte, er vertraue bei dem Ministergespräch auf das Geschick von Michael Hartmann.

Erfolgreich, berichtete der weiter, habe sich das so genannte Brunsbütteler Modell in der Nachwuchsausbildung entwickelt. Durch dieses Modell der Grundausbildung habe eine kontinuierliche Personalaufstockung eingesetzt, die auch den erwarteten personellen Aderlass durch die Pensionierungswelle in vier Jahren auffangen werde.

Nach 27 Jahren Dienst auf dem Kanal wurde Jens-Uwe Behrens mit einem Buchgeschenk und einem Takelure-Ständchen in den Ruhestand verabschiedet. Gründer des Brunsbütteler Lotsenchors, der vor einer Woche Jubiläum feierte, war im Jahr 1919 Franz Sieslack, der im gleichen Jahr den deutschen Lotsenbund, Vorläufer der Bundeslotsenkammer, ins Leben rief.

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