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Landwirtschaftlicher Beratungsring: : Lothar Egge Nachfolger von Manfred Boll

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Vorsitzender legt sein Amt in jüngere Hände und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der Ring für landwirtschaftliche Betriebsberatung Wilstermarsch hat einen neuen Vorsitzenden: Die Mitglieder wählten Lothar Egge als Nachfolger von Manfred Boll. „Es ist an der Zeit, dass ein Jüngerer ran muss“, sagte Manfred Boll, der nach 20 Jahren als Vorsitzender und zuvor jahrelang als stellvertretender Vorsitzenden nicht wieder kandidierte. „Wir haben im Vorstand überlegt und schlagen Lothar Egge vor.“ Das war offenbar ganz im Sinne der Mitglieder, die einvernehmlich für Lothar Egge stimmten, der sich für das Vertrauen bedankte. Da bisher Egge als Kassenwart im Vorstand fungierte, musste auch dieser Posten neu besetzt werden. Ebenfalls ohne Gegenstimmen erhielt Karsten Starck aus Beidenfleth dieses Amt.

Unter dem Beifall der Landwirte lobte der zweite Vorsitzende Jürgen Mohr das Engagement Manfred Bolls für den Beratungsring. „Du hast deine Sache sehr gut gemacht“, sagte Mohr und hob das große Fachwissen des scheidenden Vorsitzenden hervor. „Auch wenn wir im Vorstand mal unterschiedlicher Meinung waren, gemeinsam haben wir gute Lösungen gefunden.“ Jürgen Mohr schlug der Versammlung im Landgasthaus Zum Dückerstieg vor, Manfred Boll zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen und erhielt die uneingeschränkte Zustimmung, ebenso für die Absicht, den Ehrenvorsitzenden „in die Luft“ zu schicken: Manfred Boll bekam als Abschiedspräsent einen Rundflug geschenkt.

Die Vorstandsarbeit im Beratungsring habe ihm immer großen Spaß gebracht. Es habe viele interessante Vorträge und Reisen gegeben, so Boll. Großen Dank richtete er an seine Vorstandskollegen, die Zusammenarbeit habe „toll geklappt“, sei effektiv gewesen. Mit der Verjüngung des Vorstands sehe er den Ring landwirtschaftliche Betriebsberatung in der Wilstermarsch vor einer guten Zukunft, mahnte aber, sich Gedanken zu machen angesichts sinkender Mitgliederzahlen. „Die Bauern werden immer weniger, hier und da halten welche auf“, irgendwann sollte über eine Fusion – eventuell mit dem landwirtschaftlichen Verein – nachgedacht werden. „Wir müssen zusammenhalten“, betonte er.

Zu Beginn der Versammlung hatte Manfred Boll seinen Jahresbericht vorgelegt, in dem deutlich wurde, dass 2013 ein sehr schwieriges Jahr für die Landwirte in der Wilstermarsch gewesen sei. „Ich bin seit über 30 Jahren aktiver Landwirt, sowas habe ich noch nicht gehabt.“ Damit wies Boll auf den starken Winter und das schlechte Frühjahr hin. Es sei relativ wenig Gras gewachsen, die Tiere auf der Weide hätten „sehr schlechte Zunahmen“ gehabt. Richtige Zuwächse habe es erst im Sommer und Spätsommer gegeben. Die Getreideernte sei durchschnittlich gewesen, die Maisernte „auch nicht so gut“. Hinzu kamen fallende Schlachtpreise – besonders für Bullenkälber. Deren Verkauf sei für den Landwirt im Grunde noch ein Zusatzgeschäft gewesen. Einen Lichtblick aber gab es: In 2013 hätten sich die Milchpreise sehr gut entwickelt. „Das kommt uns zugute.“ Allerdings seien bereits erste Schwankungen zu erkennen. Die Landwirtschaft habe nach wie vor zu kämpfen, besonders die Tierhalter. Durch Schlagzeilen über Massentierhaltung seien Landwirte pauschal zu bösen Banditen abgestempelt worden. Boll wies darauf hin, dass Betriebe mit sehr hohen Milchleistungen diese nicht hätten, wenn dort die Tiere schlecht untergebracht wären. „Die Tiere würden dann nämlich alles haben – nur keine Milch!“ Er forderte die Tierschützer auf, auf die Höfe zu gehen und mit den Landwirten zu diskutieren.

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erstellt am 17.Jan.2014 | 05:00 Uhr

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