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Urnen mit motiv : Lokale Verbundenheit bis in den Tod

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Bestattungsinstitut Alpen gibt es Urnen mit lokalen Motiven – von der Kirche bis zur Bismarcksäule.

von
erstellt am 21.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Einfach nur schwarz oder grau, vielleicht noch ein Kreuz darauf – die Zeiten, als Urnen schlicht und unauffällig waren, sind vorbei. „Auch bei Bestattungen geht der Trend zum Individuellen“, weiß Martin Krause, Inhaber des Bestattungsinstituts Alpen. Urnen mit eigenen Fotos, einem Bild des Lieblingstieres oder dem Logo des präferierten Fußballvereins darauf sind keine Seltenheit mehr. „Es wird alles offener. Und es ist auch ein schönes Gefühl für die Angehörigen, wenn sie beim Anblick denken: Ja, das passt zu ihm, so war er“, sagt Nicole Krause. Die individuelle Gestaltung wecke auch das Gefühl, sich selbst einbringen, dem Verstorbenen etwas mitgeben zu können.

So sei man auf die Idee gekommen, Urnen mit Motiven zu gestalten, die typisch für die Stadt sind, erklärt Martin Krause. Die Wahl fiel auf die St. Laurentii-Kirche, das Motiv des Aufklebers von Wir für Itzehoe, die Bismarcksäule sowie störauf. Und da die Familie aus Lägerdorf kommt und dort ebenfalls mit einem Bestattungsinstitut vertreten ist, gibt es zudem die dortige Lutherkirche und den Kreidehauer als Motiv. Die Bilder werden per Airbrush aufgebracht. „Für jede Sonderurne, die verkauft wird, spenden wir auch einen Betrag an den entsprechenden Verein oder die Institution“, erklärt Martin Krause. Auch andere Motive seien natürlich umsetzbar. „Wenn jemand die Münsterdorfer Kirche haben will, ist das auch machbar.“

Er finde die Idee gut, meint Lägerdorfs Bürgermeister Heiner Sülau – auch wenn er auf manch anderen Trend in der Bestattungskultur skeptisch schaut. Es müsse trotz allem noch auf Werte und Traditionen geachtet werden, findet er.

Auch Pastor Thomas Johannsen weiß aus seinem Berufsalltag, dass Bestattungen immer individueller werden. „Das ist schön, weil man dadurch auch den Verstorbenen wiedererkennt.“ Es sei aber auch schwieriger, weil die Angehörigen dadurch immer mehr entscheiden müssen, das könne auch leicht zur Überforderung führen. „Früher gab es ganz klare Rituale, das hat auch Sicherheit und Halt gegeben.“

Lars Bessel vom Förderverein für die Bismarcksäule war sofort begeistert, als Martin Krause ihn informierte. „Ich habe spontan gesagt: ‚Da sind wir dabei‘. Es gibt HSV-Urnen, warum sollte es dann nicht auch Urnen mit lokalen Themen geben?“ Weil der Verein aber nur Pächter und nicht Eigentümer der Bismarcksäule sei, musste auch die Stadt zustimmen. Dass die Säule als Motiv ausgewählt wurde, zeigt für Bessel zum einen, dass sie „wieder mitten in Itzehoe und auch im Bewusstsein der Menschen angekommen“ ist. Auch thematisch passe es aber: „Kultur trifft auf Kultur – Kulturdenkmal und Bestattungskultur.“ Ein weiterer Bezug sei durch die räumliche Nähe der Säule zum Waldfriedhof gegeben, wo Urnen auch zwischen Bäumen bestattet werden können. „Es ist einfach eine schöne Idee.“

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