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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 21:44 Uhr

Moordiek : Lokal-Geschichte weiß auf grün

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Tafel des Heimatverbandes informiert künftig auf Hochdeutsch und Platt über 225 Jahre alte Gaststätte „Spieker“ in Moordiek.

von
erstellt am 02.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Mit mehr als 200 Informationstafeln an Denkmälern und Gebäuden vermittelt der Heimatverband für den Kreis Steinburg Wissenswertes über regionale Geschichte und historische Besonderheiten. Jetzt hat die Gaststätte „Zum Spiecker“ in Moordiek im Rahmen eines Festaktes ebenfalls eine solche Tafel erhalten, die, für Wanderer, Radler und Autofahrer gut sichtbar, an dem Gebäude befestigt wurde. Die Tafel ist, wie bisher 30 weitere im Kreisgebiet, zweisprachig gehalten, auf Hochdeutsch und Plattdeutsch.

„Bereits 1790, vor 225 Jahren, wurde in einer Kaufurkunde auf eine Kate beim Spiecker hingewiesen“, erklärte Hermann Schwichtenberg, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Kultur- und Regionalgeschichte im Kreisheimatverband. Spiecker gehe vermutlich auf einen landwirtschaftlichen Speicher zurück. Damals, am 21. Februar 1790, hatte Marx Jörck die Kate beim Spiecker für 400 Taler seinem Schwiegersohn, dem Kiepenträger Johann Mumm, verkauft. Es wurden in der Folgezeit die Hökerei- und Branntweinkonzession erteilt, die Konzession zum Brotbacken sowie das Schankrecht gewährt.

Die Liegenschaft blieb bis 1931 in direkter Linie immer in dieser Familie, wenn auch die Namen der Eigentümer durch Einheirat von Schwiegersöhnen mehrfach wechselten. Das letzte Inhaberpaar dieser ersten Familienlinie blieb kinderlos. Daher wurde 1931 der Spiecker erstmals nicht vererbt, sondern von der Witwe Elise Schack an deren befreundetes Ehepaar Johann und Elli Stüven verkauft. Deren Tochter, Liesa Wittke, gab die Schanktradition an ihren Sohn Rudolf Johann Wittke und seine Frau Imke Wittke weiter. So führt die insgesamt zweite Inhaberfamilie den Spiecker nun auch schon in dritter Generation.

Auf der Informationstafel ist die Geschichte der Gaststätte „Zum Spiecker“ in Kurzform beschrieben. Für die Übertragung des Textes ins Plattdeutsche dankte Hermann Schwichtenberg der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Nedderdüütsch im Heimatverband für den Kreis Steinburg, Marianne Ehlers. Sie wies darauf hin, dass durch die niederdeutschen Übersetzungen auf den Info-Tafeln ein Betrag dafür geleistet werde, Plattdeutsch lebendig zu halten. Der Sprecher dankte Michael Herold für die grafische Gestaltung und der Firma Templin für die Herstellung.

Auf die Bedeutung der Informationstafeln für die Vertiefung heimatkundlicher Kenntnisse und Identifikation wies der stellvertretende Vorsitzende des Heimatverbandes für den Kreis Steinburg, Herbert Frauen, hin, als er gemeinsam mit Hermann Schwichtenberg die mit einer Schleswig-Holstein-Fahne verhängte Tafel unter dem Beifall der zahlreichen Gäste enthüllte.

Zu den Gratulanten zählten Moordieks Bürgermeister Kurt Dammann, der Archivar des Amtes Breitenburg Jens Uwe Jensen, Helga Delfs als Nachfahrin des 1790 erwähnten Marx Jörck, Elke Dammann als sachkundige Helferin bei der Archivarbeit zur Familiengeschichte, Karl-Heinz Zander als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kultur- und Regionalgeschichte im Kreisheimatverband sowie der Vorsitzende des Museums am Wasserturm in Hohenlockstedt, Achim Jabusch. Er und seine Ehefrau Christina waren zum dem Anlass in historischen Kostümen aus der Kaiserzeit erschienen.

Imke und Rudolf Wittke dankten für die Würdigung ihres Hauses und luden die Festgesellschaft zu einem Jubiläumsschmaus ein. Aus Anlass des 225-jährigen Bestehens des „Spieckers“ gab es für die Moordörfer tags darauf einen Tag der offenen Tür mit buntem Programm für Klein und Groß sowie Live-Musik.

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