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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 06:51 Uhr

Großeinsatz : Lok verliert 300 Liter Öl

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Bahnstrecke zwischen Itzehoe und Elmshorn für mehrere Stunden gesperrt. Feuerwehr geht nicht von größeren Schäden für die Umwelt aus

Ein technischer Defekt an einem Zug der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) legte am frühen Montagabend den Bahnverkehr auf der Strecke Hamburg-Westerland lahm und zwang die Fahrgäste Bus zu fahren. Es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. „Gegen 18 Uhr wurde unserer Leitstelle gemeldet, dass der Zug zwischen Elmshorn und Glückstadt Probleme hat“, bericht NOB-Sprecher Kay Goetze. „Er hatte einen technischen Defekt an der Ölleitung, konnte aber den Bahnhof Glückstadt noch erreichen.“ Dort endete die Zugfahrt dann unfreiwillig: Weil aus der Diesellok Motoröl spritzte, blieb der Zug erst einmal stehen. Entsprechend gab es von zirka 18.30 bis 22 Uhr keinen Bahnverkehr zwischen Elmshorn und Itzehoe. Durch den Schienenersatzverkehr mit Bussen mussten die Bahnreisenden Verspätungen in Kauf nehmen.

Zur Einschätzung der Lage wurden zunächst Notfall-Manager der Deutsche Bahn und der NOB nach Glückstadt entsandt. Als vor Ort deutlich wurde, dass größere Mengen Öl aus der Lok ausgelaufen waren, wurde kurz vor 20 Uhr für die Feuerwehr Glückstadt mit den Stichworten „Lok verliert Öl, Bahnhof Glückstadt, Anfahrt über Bahnhofstraße“ Alarm ausgelöst.

Vor Ort stellte sich die Lage für die Einsatzkräfte als äußerst schmutzige Angelegenheit heraus: Im Motorraum der Lokomotive schwamm ein Ölteppich. Die Lok, der erste Waggon und das Gleis im Glückstädter Bahnhof waren mit Öl besudelt. Wie Einsatzleiter Ties Tießen bestätigt, war bei der NOB-Diesellokomotive auf der Fahrt zwischen Elmshorn und Glückstadt in Höhe Siethwende die Motor-Öldruckleitung geplatzt. Bis zum Stopp im Glückstädter Bahnhof liefen dann rund 300 Liter des Dieselöls aus. „Der größte Teil wurde durch die hohe Geschwindigkeit des Zuges wie der Sprühnebel eines Deodorants auf der Strecke verwirbelt“, sagt Glückstadts Wehrführer.

Durch den Notfall-Manager der Deutschen Bahn wurde zunächst die Oberleitung stromlos geschaltet. Gleichzeitig wurde das Gegengleis in Richtung Elmshorn gesperrt. Feuerwehrleute „schwärmten“ anschließend in die Lok sowie rund um den havarierten Zug aus und grenzten mit 30 großen Säcken Ölbindemittel den Schaden ein. Gegen 21.30 Uhr wurde der NOB-Zug mit einer Ersatzlok nach Husum geschleppt.

Während das Gleis in Richtung Hamburg schon eher wieder freigegeben werden konnte, kamen nach dem Abrücken der Feuerwehr auch die Züge auf der Strecke zwischen Elmshorn und Itzehoe wieder ins Rollen. Ab zirka 22 Uhr lief der Bahnverkehr wieder normal, so Kay Goetze. Warum die Öldruckleitung geplatzt ist, ist noch unklar. Der Zug werde nun ausführlich untersucht, teilt der NOB-Sprecher mit. Laut Feuerwehr ist durch den Vorfall auf der Bahnstrecke kein nennenswerter Umweltschaden entstanden.

 

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