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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 03:40 Uhr

Modellbahnbörse : Lok-Doktor weiß Rat

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Winterveranstaltung des Modelleisenbahnclubs Brunsbüttel im Bildungszentrum: Fachmännische Reparatur auch kleinster Lokomotiven und orginalgetreue Anlagen.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 17:30 Uhr

„Der Fahrtrichtungsschalter der Lok ist defekt“, stellte Claus-Christian Bock mit geschultem Auge fest. So wie Bernhard Clausen aus Itzehoe mit seiner defekten Spur1-Lokomotive suchten viele Besucher der traditionellen Winter-Modellbahn-Börse des Modelleisenbahnclubs (MEC) Brunsbüttel nicht nur nach neuen Teilen für die heimische Modelleisenbahn an den zahlreichen Verkaufsständen im Gymnasium der Schleusenstadt, sondern auch den Rat des Lokdoktors aus Averlak.

„Ich bin seit 35 Jahren Modelleisenbahner und habe 22 alte Loks auf meiner Anlage stehen. Wenn etwas kaputt ist, nehme ich lieber die Dienste von einem Fachmann in Anspruch, als mich selber daran zu versuchen“, erklärte Clausen. „Das hätte ich auch mal machen sollen“, stimmte Joachim Werner zu. Der Kellinghusener hatte einige Modelleisenbahnteile für seinen Enkel geschenkt bekommen und versucht die Lok selber wieder gangbar zu machen. „Beim Zusammenbau muss ich irgendetwas falsch gemacht haben.“ Den Satz hatte er kaum ausgesprochen, da hatte Claus-Christian Bock den Fehler bereits ausfindig gemacht, während sich weitere Modelleisenbahner in die Warteschlange einreihten.

Derweilen erntete Rainer Tielke bewundernde Blicke für seinen Nachbau des Dampflokbetriebswerks Hamburg-Altona. Rund 1700 Arbeitsstunden investierte der ehemalige Berufssoldat in den zweiteiligen Nachbau im Maßstab 1:220. „Die Vorbereitungen für die eigentliche Umsetzung meines Projekts nahmen rund ein Dreivierteljahr in Anspruch“, so Tielke. Über Google-Earth verschaffte sich der gelernte Radio- und Fernsehtechniker zunächst einen ersten Überblick über die Positionen der verschiedenen Gebäude, Schienen und der Drehscheibe für die Lokomotiven. Diese wurden dann mit Fotos abgeglichen, die Tielke ebenfalls im Internet und in alten Zeitschriften ausfindig gemacht hatte. „Da ich keinerlei Baupläne mit Größen- und Höhenangaben finden konnte, habe ich viel Maßstäbe einfach anhand verschiedener Bauteile, deren Größen genormt sind, ermittelt“, erläuterte der begeisterte Modellbahnbauer aus Norderstapel. Mit tränenden Augen sei ein ehemaliger Lokomotivführer im Zuge einer Ausstellung auf ihn zugekommen und hätte ihm erklärt, dass sein Nachbau genau dem original Schauplatz gleichen würde, wo er viele Jahre beruflich tätig gewesen sei. „Das war für mich ein Zeichen, dass ich alles richtig gemacht habe“, so Rainer Tielke, der sich mittlerweile aufgrund der großen Nachfrage mit der Anfertigung von Schienen und anderen Modellbauteilen selbstständig gemacht hat.

Einen kleinen Ausschnitt seiner 230 Quadratmeter großen Modellanlage mit ferngesteuerten, landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen präsentierte indessen Gerd Mohr aus Bargenstedt. Unterstützt wurde er dabei von seinem Nachbarn Fiete Frenssen. „Ich bin der Landwirtschaft treu geblieben, jedoch in einem anderen Maßstab“, erklärte Gerd Mohr, der auf einem Bauernhof aufwuchs, jedoch einer landwirtschaftlichen eine kaufmännische Ausbildung vorzog. Drei bis vier Mal im Jahr veranstaltet Gerd Mohr einen Tag der offenen Tür und macht damit seine Anlage für die Öffentlichkeit zugängig. Gleichgesinnte Hobbyisten aus ganz Deutschland zieht es dann für einen Erfahrungsaustausch in den hohen Norden.

Die Ausstellungsfläche in der Aula erwies sich bei der traditionellen Winter-Börse des MEC Brunsbüttel erneut als Anziehungspunkt und Marktplatz für Modellbauer aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Hier wurden nicht nur die ausgestellten Bahnen sprichwörtlich unter die Lupe genommen, sondern fand auch ein reger Austausch mit Gleichgesinnten statt. In den Fluren des Gymnasiums suchten die zahlreichen Besucher an den Verkaufsständen nach Besonderheiten, Ersatz- und Erweiterungsteilen für die eigene Modelleisenbahn sowie das eine oder andere Weihnachtsgeschenk.


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