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Feuerwehrnachwuchs : „Löschzwerge“ bald in Brunsbüttel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die FDP der Schleusenstadt rennt mit Antrag auf Aufnahme für Kinder ab sechs Jahren offene Türen bei der Feuerwehr ein. Rechtlicher Rahmen noch nicht abgesteckt.

Seit Jahresbeginn ist es möglich, dass Freiwillige Feuerwehren neben der Jugendabteilung auch schon Kinder ab sechs Jahren aufnehmen können. Die Brunsbütteler FDP hat jetzt an den Hauptausschuss einen Antrag eingereicht, die Verwaltung möge mit der örtlichen Feuerwehr prüfen, ob dies für die Schleusenstadt eine Option sein kann. Damit rennen die Liberalen nicht nur bei Gemeindewehrführer Bernd Meier offene Türen ein.

Denn die Löschtruppe in Brunsbüttel sei schon weiter, als die FDP offenbar vermutet. Bereits vor Weihnachten hätten sich Mitglieder der Wehr bei den Kameraden in Lüneburg erkundigt, was die Arbeit mit Kindern bedeutet. Meier: „Es ist sinnvoll, sich dort schlau zu machen, wo sowas schon länger umgesetzt wird.“ Denn geklärt werden müsse, ob wie bei der Jugendwehr eine besondere Ausbildung der Betreuer nötig werde oder sogar pädagogische Unterstützung wichtig sei. Fest steht bereits, dass die Kinderabteilung der Feuerwehr Brunsbüttel Ort angegliedert werden solle.

Meier würde am liebsten sofort starten. Doch abgesehen von der – erwarteten – Zustimmung der Stadt als Träger der Löschtruppe müssen sich der Wehrführer und seine Kameraden in Geduld üben. Meier: „Es gibt noch gar keine Mustersatzung.“ Die müsse vom Landesfeuerwehrverband kommen. Auch rechtliche Rahmenbedingungen müssten geklärt werden. Er wundert sich, dass dies nicht schon längst erfolgt ist. „Das wird wohl frühestens im Sommer was“, hat Meier erfahren. Dabei werde das Projekt schon seit langem im Land diskutiert.

Wie andernorts auch plagen die Brunsbütteler Feuerwehr Nachwuchssorgen. Die Jugendabteilung ist eine Lösung, der Wehrführer hat dort seinerzeit auch die ersten Kontakte zu den Brandschützern geknüpft. Das Problem: Viele junge Leute verlassen die Jugendwehr, sobald sie mit der Schule fertig sind und eine Ausbildung oder ein Studium antreten − nur ein Teil von ihnen bleibt in Brunsbüttel.

Hier setzt die Initiative der Stadt-FDP an. Ratsherr Oliver Kumbartzky: „Kleine ‚Löschzwerge‘ für die Feuerwehren zu begeistern, wäre aus unserer Sicht eine sinnvolle Maßnahme. Es ist jedoch wichtig, dass die Jugendfeuerwehr nicht einfach für Kinder im Grundschulalter geöffnet wird. Für die sechs bis zehn Jahre alten Kinder muss ein spielerisches Angebot etabliert werden, das auf einem für diese Altersgruppe maßgeschneiderten Konzept basiert.“

Das trifft den Kern der Überlegungen von Bernd Meier. Der bekommt schon seit längerem immer wieder Anfragen von Eltern, die ihren Nachwuchs gerne bei den Brandschützern anmelden würden. Doch bislang sah das Brandschutzgesetz diese Möglichkeit für Kinder unter zehn Jahren nicht vor. Von der Versammlung der Gemeindewehr am 27.  März erhofft sich der Wehrführer grünes Licht für die Einrichtung einer Kinderabteilung. Dann könne diese auch im Hauptausschuss beantragt werden. Von der Feuerwehr.

Die will auch ausloten, wie sich eine Zusammenarbeit mit den Schulen gestalten lässt, als Fortsetzung der Brandschutzerziehung in Kita und Grundschule.

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erstellt am 20.Feb.2015 | 17:12 Uhr

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