Uneins : Löhne: Verdi contra Klinikum

1973 wurde der Grundstein für das Klinikum Itzehoe gelegt.
1973 wurde der Grundstein für das Klinikum Itzehoe gelegt.

Gewerkschaft bemängelt ungleiche Bezahlung von Mitarbeitern, Krankenhausdirektor weist Kritik zurück.

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02. Juli 2014, 12:00 Uhr

Der Juni ist vorbei – er brachte für rund 1000 Mitarbeiter des Klinikums Itzehoe zusätzliches Geld auf dem Konto: Rund 800 000 Euro wurden an nichtärztliche Angestellte ausgeschüttet nach einer guten Bilanz für 2013. Das aber löst harsche Kritik der Gewerkschaft Verdi aus: „Wenn alle Beschäftigten zum positiven Ergebnis beigetragen haben, dann frage ich mich, warum nur die Mehrzahl und nicht alle davon profitieren“, sagt Heike Maser-Festersen, für das Gesundheitswesen zuständige Sekretärin im Bezirk Pinneberg-Steinburg.

Gemeint ist die Dienstleistung-Management-Service DMS GmbH, eine Klinik-Tochter, deren Geschäftsführer Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler (Foto) ist. Sie hat nach seinen Worten 370 Beschäftigte, die „querbeet“ im Einsatz sind. Aber nicht in der Pflege und im ärztlichen Bereich, dafür gebe es keine Töchter. Mit den DMS-Kräften gehe aber ein Drittel der nichtärztlichen Belegschaft bei der Sonderzahlung leer aus, kritisiert Maser-Festersen. „Dabei hätten sie die Zahlungen ebenso verdient, haben sie doch vergleichsweise mehr zum positiven Ergebnis beigetragen.“

Ziegler kontert: Die Sonderzahlung hätten nur die Angestellten des Klinik-Zweckverbands erhalten. In einem Haustarif, vereinbart mit Verdi, hätten sie einer Minderung des Weihnachtsgeldes zugestimmt, den Ausgleich sollte es geben, wenn das Betriebsergebnis stimmt. Nun war es so weit. Eine solche Regelung hätten die Mitarbeiter der DMS nie gehabt, sie habe auch eine ganz andere Struktur, so der Krankenhausdirektor. Ziel der Gewerkschaft ist die vollständige Übernahme der DMS-Angestellten in den Klinik-Tarifvertrag, betont Maser-Festersen. Ziegler dazu: „Wir sehen das nicht als sinnvoll an. Wir haben eine Entgeltordnung, die jeder Mitarbeiter kennt, bevor er hereinkommt.“

Doch bei der DMS lägen die Gehälter 20 Prozent unter denen der Klinik-Angestellten bei gleicher Arbeit, sagt Maser-Festersen: „Hier wird Gewinn auch auf Kosten der Tochter-Beschäftigten gemacht.“ Eine Lohnerhöhung von vier Prozent greife nicht. Ziegler widerspricht: Vier Prozent gälten nur für wenige, im Kern gehe es um drei Prozent. Bei der DMS gebe es seit Jahresanfang 2,5 Prozent mehr: „So zu tun, als gäbe es da große Unterschiede, ist schlicht falsch.“ Er müsse ja auch auf den Betriebsfrieden achten. Ebenso wenig haltbar sei die Aussage zur 20-Prozent-Differenz: Jeder DMS-Mitarbeiter sei individuell eingruppiert, eine pauschale Aussage nicht möglich. Teils wirke sich bei den Klinik-Angestellten die frühere Bezahlung aus dem öffentlichen Dienst aus – höher, aber nicht marktgerecht.

Schließlich kritisiert die Gewerkschaft, das Klinikum habe den Anschluss an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes verloren und zahle durchschnittlich sechs Prozent weniger. „Das macht sich schon bei der Besetzung der offenen Stellen bemerkbar“, viele Bewerber gingen zu benachbarten Einrichtungen. Falsch, sagt Ziegler erneut. Teils werde mehr gezahlt, teils weniger – ein Haustarif werde gemacht, um Abschlüsse für das eigene Haus passend umzusetzen. Das Klinikum sei als guter Arbeitgeber anerkannt; dies hätten gerade erst von 40 neuen Kräften ein Viertel als Grund für ihr Kommen genannt. Und: „Bei uns wandern nur sehr, sehr wenige ab.“

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