zur Navigation springen

Schulprojekt : Lockere Aufklärung im Unterricht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Offen reden über Liebe, Sexualität und Partnerschaft. In der Schule ist das oft schwierig. Deshalb bekam die Itzehoer Gemeinschaftsschule Lübscher Kamp Besuch aus der Beratungsstelle pro familia.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 17:05 Uhr

Ein Beutel voller Gegenstände, viele bunte Kärtchen und noch mehr brennende Fragen: Gemeinsam mit Johanna Splettstößer von der Beratungsstelle „Pro familia“ suchen 15 Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Lübscher Kamp nach Antworten und Assoziationen zu sexualpädagogischen Fragen.

Lisa (16) zieht einen Fernseher aus dem Grabbelsack. Ihre Assoziation: „Vielleicht möchte man mit seinem Freund mal einen schönen Film sehen.“ Schnell kommt das Gespräch auf die Risiken intimer Fotos und auf das Recht am eigenen Bild. Interessiert hören die Schülerinnen zu, stellen Fragen und erzählen von eigenen Erfahrungen. Auch ein paar Türen weiter, wo Diplom-Sozialpädagoge Sebastian Beyer einige Jungs betreut, sind rege Gespräche in Gang.

„Wir orientieren uns vor allem daran, was die Schüler wissen wollen“, erklärt Beyer. Mit seiner Kollegin leistet er einen Vormittag lang Aufklärungsarbeit zu den Themen „Liebe, Sexualität und Partnerschaft“, zusammen, aber auch nach Geschlechtern getrennt. Die Beratungsstelle bietet für jedes Alter unter anderem sexualpädagogische Projekte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Schulen an.

Die Anfrage kam von Lehrerin Nicole Wittmaack: „Uns ist dieses Angebot von ‚Pro familia‘ wichtig, weil die Kinder meist offener reden, wenn jemand von außen kommt und wir Lehrer nicht dabei sind.“ Zudem werde auf diesem Wege der Kontakt zur Beratungsstelle hergestellt und die Hemmschwelle gesenkt, sich dort bei Bedarf Hilfe zu holen.

Der Besuch ist Teil des Wahlpflicht-Kurses „Fit for life“. Seit der siebten Klasse lernen die Neuntklässler alles, was man zum Leben braucht: Praktische Tätigkeiten wie das Ausfüllen von Formularen und Überweisungen sowie das Kündigen von Verträgen gehören ebenso dazu wie Überlegungen zur persönlichen Zukunft, zu Familie oder auch Kindern. Für die Schülerinnen war der „Pro familia“-Besuch „mal was anderes“, sagt Joelina (14). „Man wird aufgeklärt und geht viel mehr ins Detail“, meint Lisa (16). Fabienne (15) stimmt zu: „Und man erfährt, was die anderen zu dem Thema denken.“

>Freie Termine ab Februar 2014 bei „Pro familia“, 04821/2706.

 

 

 

 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen