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Jubiläum : Lobby für Kinder – wichtiger denn je

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Itzehoer Ortsverbands des Deutschen Kinderschutzbunds im theater itzehoe. Redner loben die Arbeit mit Vorbildfunktion. Landrat: „Kinder brauchen einen Anwalt, der sich für sie einsetzt.“

Ein rundes Jubiläum – das ist ein Grund zum Feiern. Und das taten die Gäste natürlich auch gestern beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Ortsverbands Itzehoe des Deutschen Kinderschutzbunds (DKSB). Dabei sei eigentlich vielmehr Bedauern angebracht, überlegte Landrat Torsten Wendt: „Es ist zu bedauern, dass wir so etwas wie den Kinderschutzbund brauchen.“

Dass eine Lobby für Kinder wichtiger ist denn je, zeige jedoch schon ein Blick auf die Fakten. So werden zwar immer weniger Kinder geboren, doch die Hilfen, die diese benötigen, schrumpfen zahlenmäßig keineswegs. „Kinder brauchen einen Anwalt, der sich für sie einsetzt“, betonte Wendt. Dafür gebe es den Kinderschutzbund. Was dort geleistet werde, „ist für unsere Gesellschaft unbezahlbar“ – und das nicht nur, weil ohne Kinder der Generationenvertrag für die Altersversorgung wertlos würde. „Sie reden nicht nur von Nächstenliebe, sondern leben diese auch, indem Sie sich den wehrlosesten Mitgliedern unserer Gesellschaft annehmen.“

Kinder seien die Zukunft, sagte auch Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. „Sie bestimmen den Weg, den unsere Gesellschaft gehen wird.“ Um ihn erfolgreich gehen zu können, brauche es den DKSB, der sich „hervorragend um Kinder und ihre Familien kümmert“. Er biete in Itzehoe ein modernes Angebot, das mit dem Kinderhaus Blauer Elefant weit über die Stadt hinausstrahle. Und er beweise, dass Ehrenamt funktioniere.

So unterschiedlich die Akteure auf Ortsverbandsebene auch gewesen seien, über all die Jahre habe sie eines geeint – das Engagement für Kinder, die außerhalb stehen, deren Eltern nicht in der Lage sind, sie ausreichend zu unterstützen, sagte Irene Johns vom Landesverband. Der DKSB helfe, damit die Situation gar nicht erst eskaliere. Dabei werde viel Wert auf Qualität gelegt. Die Arbeit in Itzehoe, vor allem die Gründung des Kinderhauses, habe Vorbildfunktion gehabt. Und das schon zu einer Zeit, als die Beteiligung von Kindern längst noch keinen Stellenwert hatte. Mit dem Konzept der Kinderhäuser werde die Bekämpfung von Kinderarmut vorbildlich umgesetzt. Es müsse nicht nur eine Kinder-Grundsicherung geben, forderte Johns. „Wir müssen Kinder als Menschen unterstützen, nicht nur als Zuträger für die Altersvorsorge.“

Der Anteil der armen Kinder werde wachsen – und damit auch die Risikogruppe der Familien, in denen es Probleme geben könne, sagte Heinz Hilgers, Vorsitzender des Bundesverbands des DKSB. Es müssten Wege gefunden werden, um diese Familien rechtzeitig zu unterstützen. Dabei müsse man wieder mehr auf die Menschen zugehen, ihnen so früh wie möglich Hilfen anbieten. „Alles, was man zu spät macht, ist teuer und hat geringe Erfolgsquoten.“ Es sei wichtig, bei den Stärken der Menschen anzusetzen, nicht auf ihren Schwächen herumzureiten. Und man brauche Netzwerke auf Augenhöhe. Hilgers rief dazu auf, wachsam zu bleiben, notfalls laut zu werden. „Wir müssen aufpassen, was sich in unserem Land entwickelt.“ Gerade bei der Betreuung der unter Dreijährigen dürfe nicht gespart werden. „Das ist Beziehungsarbeit, und diese braucht Zeit. Wer das organisiert, ohne diese Zeit zu ermöglichen, versündigt sich an der Zukunft der Kinder.“

> Die Geburtstagsfeier geht heute ab 12 Uhr mit einem Straßen-Kinderfest am Markt 16 weiter.

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erstellt am 14.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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