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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 18:00 Uhr

Liliencron-Denkmal: Relief oder Statue?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausschuss diskutiert über ein Erinnerungsstück an den Dichter / Ideengeber Andreas Dethlefsen favorisiert mannshohe Skulptur

Ein Denkmal des Dichters Detlev von Liliencrons als Erinnerung an seine Kellinghusener Jahre – dies hatte der Kellinghusener Andreas Dethlefsen im vorvergangenen Kultur- und Wirtschaftsausschuss vorgeschlagen. Vor schwebt dem Kaufmann ein mannshohes geschnitztes Objekt, welches vor allem dem Tourismus dienen soll.

Im Rahmen der jüngsten Sitzung unter Leitung von Marcus Wack (BFK) kam das Thema erneut auf den Tisch. Der Schriftsteller Liliencron zählt heute zu den Mitbegründern der literarischen Moderne in Deutschland. Vor seinem künstlerischen Durchbruch hielt er sich von 1883 bis 1890 in Kellinghusen auf. Vor Ort wirkte er zunächst als beamteter königlicher Kirchspielvogt, dann als freier Dichter. Die Zeit in der Störstadt empfand Liliencron als wenig erfreulich. Obgleich Bürger dem sinnenfrohen aber finanziell stets klammen Künstler mehr als einmal aus der Patsche halfen, schrieb er mit spitzer Feder über die Kleinstadt.

Wach gehalten wird die Erinnerung an ihn derzeit durch einen Gedenkstein in der Störkathener Heide sowie durch eine Text-Plakette am Haus seines ehemaligen Dienstsitzes in der Neuen Straße. Zudem gibt es den Liliencron-Lauf, der zum Teil durch die vom Dichter so geschätzte Natur führt.

Im Rahmen seines Sachstandsberichts informierte Museumsleiter Hans-Georg Bluhm jetzt über ein Treffen mit Karl-Heinz Boyke, Sachverständiger für Kunst im öffentlichen Raum des Bundes Bildender Künstler (BBK), Landesverband Schleswig-Holstein. Als „Sachverständiger“ wurde zudem Andreas Dethlefsen gehört. Der Kellinghusener unterstrich seine Absicht, ein augenfällig gemütliches Kunstwerk für Besucher der Stadt zu schaffen. Ähnlich der Skulptur des „Mönch Martin“ auf seinem Grundstück am Rande des Mönchswegs, sollte auch das Holzschnitzwerk Liliencrons die Blicke auf sich lenken.

Die Kosten für die freistehende Figur bezifferte Bluhm mit 3760  Euro. Als Alternativen habe Boyke ein steinernes Relief, geschaffen von einem BBK-Künstler für 3000 bis 5000 Euro vorgeschlagen. Mit 8000 bis 10  000 Euro am tiefsten in die Kasse greifen müsste die Stadt im Falle einer frei stehenden steinernen Skulptur. Für die letztgenannten Ausführungen könnte der BBK entsprechende Bildhauer nennen, die gegen geringes Honorar Entwurfsmodelle anfertigen würden, so Bluhm.

Als günstige Erinnerungs-Variante präsentierte der Kellinghusener Museumschef eine schlichte Bronze-Plakette mit einem Liliencron-Relief aus dem Bestand des Museums. Geschaffen wurde das rund zehn Kilo schwere kreisrunde Kunstwerk mit einem Seitenprofil des Dichterkopfes und der Aufschrift „Dem Gedächtnis des Dichters Detlev von Liliencron“ von dem Kellinghusener Künstler Hans Christian Delfs. Seit 1964 hatte es im Stabsgebäude auf dem Bundeswehrgelände an den Namensgeber der Liliencron-Kaserne verwiesen. Nach Auflösung der Garnison war die Bronze im Magazin des städtischen Museums gelandet. „Dafür brauchen wir nur vier Schrauben“, erinnerte der Sozialdemokrat Martin Cordsen an die „prekäre“ Haushaltslage der Stadt Kellinghusen. Auf die zügige Umsetzbarkeit der Kellinghusener Kunst verwies zudem die Parteikollegin Regina Nürnberg. „Charme“ konnte auch BFK-Vertreter Stephan Schacht der örtlichen Provenienz abgewinnen. Den praktischen Aspekt der Vandalismussicherheit stellte der stellvertretende Bürgermeister Ludger Wemhoff (CDU) heraus.

Eine Plakette werde ganz anders wahrgenommen, als eine Skulptur, gab Dethlefsen den Politikern mit auf den Weg. Sie werden die Denkmal-Frage jetzt zunächst in ihren Fraktionen diskutieren.

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erstellt am 08.Apr.2015 | 14:38 Uhr

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