zur Navigation springen

Tierschutz : Liebevolle Pflege für Hunde-Senioren

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Info-Stand und große Tombola: Omihunde-Netzwerk stellt sich auf der Matjesmeile vor / Altenheim für Vierbeiner auf dem Sonnenhof

von
erstellt am 09.Jun.2015 | 18:28 Uhr

Gewinne und Info-Material liegen bereit, die Aufregung steigt: Zum ersten Mal ist das Omihunde-Netzwerk am Sonnabend, 13. Juni, auf der Matjesmeile präsent. „Wir haben einen Info-Stand mit Pavillon und Tombola“, erklärt Heike Thiel, Vorsitzende des eingetragenen Vereins, der als gemeinnützig anerkannt ist. Mit den Vorbereitungen haben sie und ihre Helfer alle Hände voll zu tun. „Es ist ein Abenteuer für uns.“

Mit dem Stand will sich der Verein, der auf Spenden angewiesen ist, bekannter machen. „Wir leisten Tierschutzarbeit vor Ort“, sagt Heike Thiel. „Aber zu wenige kennen uns. Wir möchten stärker im regionalen Umfeld wahrgenommen werden.“ Denn gerade in jüngster Zeit konnte das Omihunde-Netzwerk oft Hunden aus der Region helfen. 40 Vierbeiner leben in Dauerpflegestellen des Netzwerks in ganz Deutschland, 14 davon auf Heike Thiels Sonnenhof in der Blomeschen Wildnis – etwa die Hälfte von ihnen kommt aus der Umgebung bis hin nach Hamburg.

Es sind Tiere, deren betagte Besitzer gestorben sind, ins Pflegeheim ziehen mussten oder sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um ihren Hund kümmern können. Fast alle der Vierbeiner sind selbst schon im Seniorenalter. Manche sollten auch eingeschläfert werden, weil sie durch ihr Alter oder Wehwehchen unbequem für die Besitzer geworden waren. So wie Harry. Dank der Tierärztin landete der Golden Retriever auf dem Sonnenhof. „Als er kam, dachte ich: Wir machen ihm noch ein, zwei gute Monate“, erinnert sich Heike Thiel. Inzwischen lebt der 13-jährige Vierbeiner seit anderthalb Jahren bei ihr. „Wir freuen uns über jeden weiteren guten Tag.“

Dackeldame Becky brauchte ein neues Zuhause, weil ihr Herrchen zu krank war, um sich um sie zu kümmern. Terrier Dino musste umziehen, weil sein dementes Frauchen ihn nicht mehr versorgen konnte. Und der kleine Andi saß nach dem Tod seines Herrchens mutterseelenallein in der Wohnung, bevor das Omihunde-Netzwerk informiert wurde. So hat jeder der Hunde sein eigenes Schicksal, seine eigene Leidensgeschichte hinter sich, jeder bringt seinen eigenen Charakter und seine eigenen Marotten mit.

Auf dem Sonnenhof werden sie gehegt und gepflegt, können durch den großen Garten streifen und genießen hin und wieder auch einen Ausflug in den Wald oder an den Elbstrand. Selbstverständlich werden sie auch hervorragend tierärztlich versorgt. „Viele Menschen glauben, dass es für alte Hunde besser ist, sie einzuschläfern als sie in ein neues Zuhause zu bringen“, weiß Heike Thiel. Sie erlebt Tag für Tag das Gegenteil: „Ich bin immer wieder begeistert, wie selbst die ältesten Hunde sich auf die Situation einstellen und sogar neue Sozialkontakte knüpfen.“

Tiere, die noch fit genug sind, werden weitervermittelt – aber nur, wenn das neue Zuhause bei der ausführlichen Vorkontrolle bestehen kann. „Wir achten auch darauf, dass es noch einen Plan B gibt, falls das neue Herrchen krank wird“, erklärt Heike Thiel. Natürlich wolle das Omihunde-Netzwerk, dass die Vierbeiner in ihrem neuen Zuhause nach Strich und Faden verwöhnt werden. „Viele sind zeitlebens verhätschelt worden, wenn sie zu uns kommen. Sie sollen es gut haben bis zum Schluss“, betont Heike Thiel.

Die Interessenten müssen sich auch im Klaren darüber sein, dass ihr neuer Gefährte vielleicht nicht mehr lange lebt. Auch Heike Thiel selbst musste schon viele Hunde gehen lassen, seit sie 2010 die Arbeit mit dem Omihunde-Netzwerk aufgenommen hat. „Es ist immer wieder traurig“, sagt sie. Aber es sei ein wichtiger Teil ihrer Aufgabe, den Tieren auch die letzten Tage und Stunden würdevoll zu gestalten. „Das ist der Dienst, den ich dem alten Hund noch erweisen kann.“ 

>  Info im Internet: www.omihunde-netzwerk.de.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen