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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 00:09 Uhr

Liebeswirren bei Hofe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Waldorfschüler inszenieren für Zwölftklass-Spiel ihre eigene Version von Shakespeares „Sommernachtstraum“

Der Bart ist ab! Für seine Rolle im Theaterstück der 12. Klasse an der Freien Waldorfschule Itzehoe griff Felix zum Rasierer. Denn aus dem Elfenkönig Oberon in Shakespeares „Sommernachtstraum“ machte die Klasse eine weibliche Oberonia. Hatte der englische Dramatiker bereits ein Verwirrspiel rund um die Liebe am Hof vom König Theseus erdacht, gaben die Schüler dem Theaterstück weitere Figuren, Ebenen und Überraschungen hinzu. Und das mit vielen farbigen Stoffbahnen, unzähligen Blumen und viel Fantasie.

Der „Sommernachtstraum“, Ende des 16. Jahrhunderts geschrieben, ist Shakespeares meistgespieltes Stück. Auch in der Waldorfklasse machte diese Komödie bei der Wahl ihres Zwölftklass-Spiels das Rennen. Die 30 Jugendlichen hatten nun gut drei Wochen Zeit, um ihre eigene Version des Sommernachtstraums zu entwickeln. Auf dieser klassischen Grundlage dichteten sie die Geschichte in die Moderne um. Dafür definierten und verteilten sie die Rollen und konzipierten die Szenen.

Neben den Proben bauten die Waldorfschüler die Bühnenbilder und nähten die Kostüme – und das teils bis tief in die Nacht. „Der Fundus der Schule ist auch gut geplündert“, sagt Marianne Flemig-Müller. Sie ist Deutschlehrerin an der Waldorfschule und in diesem Jahr als Regisseurin der Klasse zur Seite gestellt. Das Zwölftklass-Spiel gehört zur schulischen Ausbildung und zum Schulabschluss. Es soll den Jugendlichen die Chance bieten, innerhalb einer Gruppe ein Projekt eigenverantwortlich auf die Beine zu stellen. „Da misch’ ich mich nicht ein!“, so Flemig-Müller.

Die Geschichte an König Theseus’ Hof in Athen ist gespickt mit fantasievoll fabulierenden Figuren. Der König möchte die Amazonenkönigin heiraten. Die jungen Adligen sind alle durcheinander verliebt. Die Elfenköniginnen Oberonia und Titania stiften mit Zauberkraft und der Unterstützung durch Puck und die Elfen noch mehr Verwirrung. Schauspieler proben für eine Aufführung zur Hochzeit. Hinzugedichtet hat die Klasse einen Moderator mit großer roter Fliege und drei sprunghafte Elfen, die das Geschehen kommentieren. Den Höhepunkt zum Schluss bildet das Fest am Hofe. „Da sind dann alle glücklich und zufrieden“, verspricht Flemig-Müller. Abschließend wird gemeinsam gesungen. Bei „Should All Acquaintance Be Forgot“, der englischen Version von „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss“, darf das Publikum mit einstimmen.

Ihren „Sommernachtstraum“ zeigt die 12. Klasse in drei Aufführungen. Der Eintritt ist frei. Die Spenden gehen nach Deckung der Kosten an den Sozialfonds der Schule.
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Aufführungen morgen, Freitag und Sonnabend jeweils um 20 Uhr im großen Saal der Waldorfschule, Am Kählerhof 4.


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